Die weiße Frau
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Die weiße Frau

Die Weiße Frau

Die Weiße Frau wird in zahlreichen deutschen Sagen erwähnt. Es handelt sich um eine Wiedergängerin, die stets ein langes weißes Gewand trägt. Weiß ist die alte Todes- und Trauerfarbe, und so kündigt das Erscheinen dieser Gestalt - nachts oder zur Mittagsstunde - einen Todesfall oder ein anderes Unglück an. Die Weiße Frau gehört zu jenen Wiedergängerinnen, die im Grabe keine Ruhe finden, weil ihnen Unrecht geschah und sie sich dafür rächten. In der Regel wurden sie vom Ehemann oder Liebhaber verlassen und töteten aus Verzweiflung ihre Kinder. Besonders häufig sollen sich Weiße Frauen, meist als schuldbeladene Ahnfrauen des betreffenden Geschlechts, in fürstlichen Schlössern gezeigt haben. Die erste schriftliche Erwähnung einer adeligen Unheilsbotin findet sich in einer Chronik aus dem 16. Jahrhundert. Darin wird von der Gräfin Agnes von Orlamünde berichtet, die auf der Plassenburg umging. Von Amizaras wurde mir berichtet, dass die Gräfin auf der Mantelburg in Lauenstein, heute Landkreis Kronach umgeht. Weiße Frauen sollen auch in Bayreuth, Berlin, Darmstadt, Köln und anderen deutschen Städten in Erscheinung getreten sein. Ähnliche Gestalten finden sich u. a. in der Volksüberlieferung Irlands (banshee), sowie Nord- und Mittelamerikas (La Llorona)