Vor nicht allzulanger Zeit sass ich auf einem Baum geplagt von Langeweile, als auch betrübt von Trauer über das Ableben meiner Mutter. Da seh ich auf einmal auf einem Ast neben mir ein Gräslein, das aussieht wie ein Stück Weizenähre. Ich nähere mich dem Gräslein, nehme es an mich und trage es auf den kiesigen Untergrund. Da fängt das Gräslein, das aussieht wie eine Ähre plötzlich an zu sprechen:" Hey du!Ja du, grosser Unbekannter! Ich danke Dir, das du mich von dort oben, vom Baum, gerettet hast." Ich antworte dem Gräslein, erfreut über diese plötzliche Wendung und froh nicht mehr allein zu sein: "Nein mein Freund, ich danke Dir, dass du mich aus meiner traurigen Lage befreit hast.Ich hatte keinen zu sprechen und war so allein - gut, dass ich dich gefunden hab!" Darauf das Gräslein: "Ja genau! Jetzt wo wir Freunde sind, nimmst du mich mit in die weite Welt? Komm lass uns von hier verschwinden und uns verstecken vor dem Wind."
Doch soweit kam es nicht. Denn schon erfasste uns beide ein Windstoß, entzweite uns und trug uns weit fort. Meinen Freund, das Gräslein sah ich nie wieder.