Märchenfür einen kleinen Wolf Nr.2
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Märchenfür einen kleinen Wolf Nr.2

Dies ist der vierte Märchenbeitrag für Inge Dreyers Pr0jekt: Märchen zaubern Brot für Kinder:

Der verzauberte Frosch
Es lebte einmal ein wunderschöner Frosch, - smaragdgrün mit winzigen goldenen Tupfen auf dem Kopf. Wie ein Krönchen sahen die aus, und die anderen Frösche nannten ihn drum den Königsfrosch.
Der Frosch lebte glücklich und zufrieden in einem tiefen, kühlen Brunnen wie in einem Schloss, bis ihm eines Tages eine große goldene Kugel auf den Kopf fiel. Nur das Wasser im Brunnen hatte den Fall der Kugel so weit gemildert, dass sie den Frosch nicht erschlug. Immerhin bekam er eine riesige, blaue Beule, mittenauf der Stirn.
Als der Königsfrosch nachsah, wer wohl die Kugel in den Brunnen geworfen hatte, sah er ein hübsches Menschenmädchen, das oben auf dem Brunnenrand saß. Sie weinte und versprach dem Frosch, ihn zu heiraten, wenn er ihr die Kugel zurückgab. Sie sei eine Prinzessin, erzählte sie. Der arme, dumme Frosch glaubte ihr und dachte sich: "Ein richtiger reicher König zu sein mit einer echten Krone, nicht nur ein Königsfrosch, das stünde mir sehr gut." Und er brachte ihr die Kugel.Sie aber lief fort, und der Frosch mußte lange hüpfen, um ihr ins Schloß zu folgen und sie an ihr Heiratsversprechen zu erinnern. Da freilich stellte sich heraus, dass sie zwar wirklich eine Prinzessin war, aber auch eine Heiratsschwindlerin und eine böse Hexe noch dazu. Sie warf den Frosch an die Wand und verwünschte ihn. Da wurde der arme Königsfrosch in einen Menschen verwandelt und musste die böse Prinzessin heiraten, owohl er sie jetzt gar nicht mehr wollte. Man nannte ihn den Froschkönig, und im Märchen steht, dass sie glücklich lebten bis an ihr Ende.
Das stimmt aber gar nicht. In Wirklichkeit hatte der arme Froschkönig das lästige Regieren und vor allem seine zänkische Frau bald satt und sehnte sich zurück nach seinem stillen Brunnen. Da ging er zu einer alten weisen Kröte und fragte sie um Rat. Sie sprach: "Nimm um Mitternacht bei Vollmond deine Frau aus dem Bett und wirf sie an die Wand, wie sie es mit dir getan hat. So wirst du frei werden."
Das tat der Froschkönig. Und wirklich: kaum berührte die böse Königin die Wand, so löste sich der Zauber, und der König war wieder ein Frosch. Er hüpfte selig zurück zu seinem Brunnen und mit einem großen Platsch mitten hinein ins kühle Nass. Nie wieder hat er nach Reichtum und Würde gestrebt und lebte nun wirklich glücklich bis an sein Ende.
Die böse Königin aber holte sich bei dem Wurf gegen die Wand ein paar blaue Flecke, und außerdem musste sie von jetzt an allein regieren in dem großen kalten Schloß - und das geschah ihr ganz recht.

Über diese Geschichte freute sich der kleine Wolf, weil sie ein so gutes Ende hatte. Vieles konnte ihm die warzige Erdkröte freilich nicht erklären: was besoielsweise ein Schloss war oder eine Prinzessin. Aber alles klang so geheimnisvoll und gruselig, dass sich dem kleinen Wolf vor wonnigem Grausen die Rückenhaare aufstellten. Er nahm sich vor, fortzugehen und das Schloss zu suchen, wenn er erst erwachsen war. Vor allem aber wollte er probieren, ob die böse Königin eßbar war.
Er fragte die Kröte: "Weißt du nicht noch eine Gruselgeschichte?"
Sie bedauerte, gab ihm aber einen Rat: "Hinterm Moor soll vor langer Zeit eine gebrechliche alte Dame gelebt haben, die nannte man die Knusperhexe. Sie soll auf ganz schreckliche Weise umgekommen sein. Der Fall wurde nie richtig aufgeklärt, und ich weiss nichts Genaues. Aber geh doch mal zu den Irrlichtern im Moor. Vielleicht wissen die mehr darüb er."
Jedoch die Irrlichter wollten nichts erzählen. Sie hüpften und huschten über das Moor und winkten ab mit flackernden Armen.
"Wir haben schon einmal nein gesagt, dabei bleiben wir. Es ist zu schlimm, was sich da zugetragen hat, und außerdem wissen wir´s gar nicht genau und wollen nichts Falsches berichten."
Als aber der kleine Wolf immer weiter drängte, ließen sie sich schließlich ereichen und zeigten auf die Waldlichtung neben dem Moor: "Das da soll der Tatort sein. Dort soll die Hütte gestanden haben, in der sich alles ereignet hat. Hör zu!"


Neugierig, wie´s weiter geht, kleiner Wolf? In einigen Tagen folgt die Fortsetzung.
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