Der Marienkäfer
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Der Marienkäfer

Ein Marienkäfer flog einmal durch den Wald, setzte sich in eine kleine Höhle und schlief ein. Plötzlich wurde er von einer Stimme geweckt. Die Stimme sagte: „Heute Nacht werden wir in das Schloss gehen, die Prinzessin rauben und dann wird alles gut werden!“ Gespannt hörte der Marienkäfer zu und flog dann schnell weg. Als er aber losflog, da bemerkte er erst, dass die Höhle das Ohr eines Riesen gewesen war und ein zweiter Riese zu dem ersten gesprochen hatte. Da flog der Marienkäfer schnell zum Schloss, um die Prinzessin zu warnen. Angekommen im Gemach der Prinzessin, flog er sofort zu ihr und setzte sich auf ihre Nase, um ihr alles erzählen zu können. Zuerst erschrak die Prinzessin ein wenig, doch dann gefiel ihr der kleine, rote Käfer mit seinen schwarzen Punkten so sehr, dass sie ihn sich auf ihre Hand setzte und ihm zusah. Der Marienkäfer nun erzählte eine ganze Zeit lang von den beiden Riesen, die die Prinzessin rauben wollten, doch diese konnte den Käfer nicht verstehen, weil er so eine leise und zarte Stimme hatte. Und so verging einige Zeit, bis der Marienkäfer plötzlich losflog, um die Prinzessin aus ihrem Gemach zu locken. Doch es war bereits zu spät. Denn schon kamen die Riesen ins Gemach, nachdem sie zuvor alle Wachen erschlagen hatten. Dann nahmen sie die Prinzessin und gingen von dannen. Der kleine Marienkäfer aber hatte sich einfach im Haar der Prinzessin versteckt. Die Riesen gingen mit der Prinzessin zu einer bösen Hexe, die die Tochter der beiden Riesen, denn es waren ein Riesenmann und eine Riesenfrau, geraubt hatte. Die Hexe wollte den Riesen ihr Kind nur wieder zurückgeben, wenn sie dafür eine Prinzessin bekäme. So geschah es dann auch. Nun musste die Prinzessin aber für die Hexe alle möglichen Arbeiten erledigen und deren Hexenküche in Ordnung halten. Da kroch der Marienkäfer aus dem Haar der Prinzessin, flog davon durch den Wald und rief immerfort: „Die Prinzessin braucht Hilfe, die Prinzessin braucht Hilfe!“ Doch niemand hörte den kleinen Marienkäfer mit seiner schwachen Stimme. Da setzte er sich erschöpft in eine kleine Höhle und sagte zu sich selbst: „Die Prinzessin braucht Hilfe und niemand hilft ihr, weil keiner meine Stimme hört.“ – „Ich kann Dich sehr deutlich hören.“ Sagte da plötzlich eine tiefe Stimme. Da wunderte sich der Marienkäfer, doch bald wurde ihm gewahr, dass er wieder in einem Ohr saß. Diesmal in dem Ohr des Nackten Bären! Da erzählte er alles dem Nackten Bären und bat um seine Hilfe. Doch der Nackte Bär war selbst etwas ratlos, weil er Angst vor Hexen hatte, doch da fiel ihm etwas ein: Er hatte schon einmal einer Hexe mit einem Floh seinen Willen abzwingen können. Vielleicht ginge das ja auch mit einer Laus. Und so fing der Marienkäfer eine besonders böse Laus, die er schon immer hatte selbst fressen wollen. Dann setzte er sich bei dem Nackten Bären auf die Schulter und so sie gingen zur Hexe. Kurz vor dem Hexehäuschen versteckte sich aber der Nackte Bär. Der Marienkäfer indes flog hinein und setzte die Laus im Ohr der Hexe ab. Und so fing die Laus an, die Hexe auszusaugen. Und die Hexe wurde kleiner und kleiner und war bald ganz von der Laus ausgesaugt, bis nur noch eine leere Hülle von der Hexe übrig war. Die Laus aber war ganz dick und schwer geworden und konnte sich nicht mehr rühren. Da holte der Marienkäfer alle seine Verwandten, die ja gerne Läuse fressen und die machten sich alsdann über die Laus her, dass es nur so schmatzte. Der Nackte Bär aber brachte die Prinzessin in das Schloss zurück. Da freute sich der König, der schon überall im Lande nach seiner Tochter hatte suchen lassen. Und nun ließ er für den Nackten Bären ein großes Festmahl geben, wo der sich mal wieder so richtig satt essen konnte. Der Marienkäfer aber blieb bei der Prinzessin und half ihr noch bei so manchen Dingen.

siehe auch: http://der1nackte1baer1maerchen.oyla11.de