Der rote König
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Der rote König

Es war einmal ein König, der lebte in einem Schloss. Alle Menschen im Land fürchteten sich vor ihm und seinen Helfern den roten Reitern, wie sie im Dorf genannt wurden. Sie trugen diesen Namen, weil ihre Rüstungen rostig rote Farbe hatten. Auch der König wurde von den Menschen im Dorf roter König genannt, denn auch seine Kleidung war stets rot. Sein Schloss stand hoch oben auf einem Berg. Vom weiten sah es mächtig aus. Es hatte viele hohe Türme und bestand ganz und gar aus roten Backsteinen und Zinnen. Um das Schloss herum befanden sich, wann immer man hinsah dunkel rote Schleierwolken, die das Schloss noch geheimnisvoller wirken ließen. Eine Legende besagte, dass er zauber ähnliche Fähigkeiten besäße, denn wann immer sich ein Bewohner des Dorfes, sei es aus Neugier oder auf Befehl des Königs, bei ihm blicken ließ, kehrte er völlig verändert ins Dorf zurück. Man sagte, dass viele dieser Menschen kaum noch mit anderen sprachen, sich völlig zurückgezogen hätten und bald auch die Familien und Freunde dieser Menschen sich völlig verändert hätten.

Vor langer, langer Zeit lebte in diesem Dorf eine Frau. Sie war sehr arm und besaß eine Kleine Hütte die am Rande des Dorfes lag.
Sie war nicht die Einzige im Dorf die kaum genug Geld zum überleben hatte. Seitdem der König im Lande die Macht besaß ging es dem kleinen Volk immer schlechter. Nicht nur wegen des wenigen Geldes ging es ihnen schlecht, sondern vor allem wirkten die Menschen sehr unglücklich.
Die Hütte in der sie hauste hatte gerade einen Raum. In diesem wurde geschlafen gespeist, gekocht und gelebt. Einmal in der Woche ging sie zum Markt und erhoffte, Obst oder Gemüse günstig zu bekommen. Wenn sie mal kein Geld hatte wartete sie bis zum Abend um Reste die vom Tag übrig geblieben waren zu erlangen.
Ihr Name war Emilie und sie hatte einen Hund den sie Bingo nannte. Sie liebte ihn und sorgte sich wie ein Kind um ihn.
Oft as sie nicht zu Abend damit er genug hatte, oder sie gab es der Frau die ebenfalls eine Hütte gleich nebenan bewohnte. Sie war zu alt um den weiten Weg bis zum Markt hinter sich zu bringen und hätte auch nicht genügend Geld dafür. Sie lebte im Sommer von den Lebensmitteln die ihr Garten ihr bot und im Winter von dessen Vorräten. Oft hungerte sie lange Zeit . Dann musste sie auf der Straße betteln gehen. Häufig saß sie dann den ganzen Tag auf der Straße und bekam keinen Taler. Doch dann, wann immer Emilie etwas Geld über hatte, gab sie es ihr.

Emilie half den Menschen im Dorf wo sie nur konnte, denn sie hatte neben ihrem Hund ja niemanden um den sie sich sorgen durfte. Es machte sie glücklich, wenn sie anderen Menschen helfen konnte.
Auch sie wusste von dem König der dort oben in seinem Schloss lebte. Doch sie glaubte nicht daran das er für das Volk böses wolle. Doch die Veränderungen der Menschen die zurückgekehrt waren, konnte sie sich auch nicht erklären.
Eines Tages kamen die roten Reiter wieder hinunter ins Dorf. Die Bewohner gerieten in große Unruhe, denn jeder hatte Angst vor den Geschehnissen im Schloss.
Doch ohne Erbarmen, nahmen die Reiter auch dieses Mal einige Menschen aus dem Dorf mit. Was im Schloss mit ihnen geschah wusste niemand, doch es musste etwas schreckliches sein, denn nur etwas Grausames konnte mit den Menschen geschehen sein, dass diese so veränderte. Nach ein paar Tagen kehrten die Menschen zurück und waren ebenso verändert wie alle zuvor.
Emilie konnte sich diese Verhalten nicht erklären und da sie keine Angst hatte vor dem König, machte sie sich eines Tages zusammen mit Bingo auf den weiten Fußweg, hinauf zum Schloss, um mit ihm nach einer Antwort auf ihre Fragen zu suchen.
Doch bevor sie gingen, hinterließen sie der alten Frau all ihr Essen und all ihr Geld was sie besaßen, denn Emilie wusste nicht ob sie je wieder so wie sie seien, zurückkehren würde.
Die Frau dankte Emilie vom ganzen Herzen für die Liebe und Freundlichkeit die sie ihr entgegen gebracht hatte.
Schließlich machte sie sich auf den Weg zum König. Der Weg war sehr anstrengend, er führte über Felder, durch Wälder und stets bergauf. Je näher sie dem Schloss kam desto wärmer wurde es um sie herum und bald schon stand sie vor dem mächtigen Schloss. Es sah sehr prachtvoll und wunderschön aus. Sie klopfte an die Schlosstür und bald schon öffnete ein roter Reiter ihr das Tor. Ganz anders als erwartet, war er sehr nett und war keinerlei Furcht einflößend wie die Reiter die ins Dorf gekommen waren.
Einige Burgboten kamen ihr entgegen und empfingen sie glücklich. Emilie konnte sich dies alles nicht erklären, so hatte sie doch mit etwas Schlimmen oben auf dem Schloss gerechnet und nicht mit so etwas Schönem. Emilie bat den Reiter sie zum König zu führen. Er tat dies.

Auf dem Weg zum Zimmer des Königs kamen ihr viele Bedienstete entgegen. Sie alle waren sehr höflich und wirkten sehr glücklich.
Dann kam Emilie in den Raum in dem der König sein Schlafgemach hatte.
Er stand vor dem Fenster. Von dort aus konnte er über das ganze Königreich gucken. Als sich die Tür zu seinem Raum laut knarrend öffnete drehte er sich nicht um sondern blickte weiter aus dem Fenster.
Doch als Emilie den König sah wunderte sie sich erneut. Er sah ganz anderes aus als man sich einen König vorstellen würde. Er war jung, schmal gebaut, hatte die Haare nach hinten frisiert und war rot gekleidet wie alle andern die sich im Schloss befanden.
„Guten Tag“, sagte sie mit einer gewollt lauten Stimme.
„Was wollt ihr noch hier?“ fragte der König fast traurig. „Ich habe es doch aufgegeben.“ Dann senkte sich sein Blick vom Fenster ab.
Emilie bemerkte, dass der König, ganz anders alle anderen im Schloss, traurig und verbittet ausschaute.
„Was habt ihr aufgegeben?“ fragte Emilie.
Dann hebte sich der Kopf des Königs und er sah ihr direkt ins Gesicht.
„ich habe es aufgegeben den Fluch der über diesem Schloss liegt zu besiegen, und werde ewig keine Liebe verspüren können.“
Emilie fragte nach um was für einen Fluch es sich handele. „Seit dem ich geboren bin, kann ich nicht lieben. Darum bin ich in dieses Schloss gezogen. Jeder der dieses Schloss betritt verspürt Liebe wie nie zuvor und ist glücklicher denn je.“
Emilie wollte wissen wieso die Menschen die von hier zurück gekehrt waren so unglücklich erschienen und völlig verändert waren.
„Jeder der dieses Schloss betritt darf dieses wunderschöne Gefühl der Liebe verspüren. Doch die meisten wollen zurück zu ihren Familien und Freunden.
Sobald sie das Schloss jedoch verlassen, bleibt all die Liebe die sie je bekommen oder gegeben haben hier im Schloss zurück.“ Antwortete ihr der König. „Aber wieso holt ihr dann all diese Menschen in das Schloss?“ wollte sie wissen.
Darauf hin senkte sich wieder der Blich des Königs. Traurig sprach er: „ Ich erhoffe mir noch immer das irgendwann auch ich von der Liebe etwas erfahre die hier im Schloss herrscht. Doch der Fluch mag nicht von mir abweichen.“
Emilie näherte sich dem König und wollte ihm mitleidig die Hand auf die Schulter legen.
Gerade hatte sie die Schulter des Königs berührt,fing sich an das ganze Schloss zu drehen. Plötzlich standen sich die beiden gegenüber, blickten sich in die Augen.
Emilie drehte siich um sich selbst ohne das sie es auch nur wollte. Auf einmal trug sie ein rotes Kleid so wunderschön wie man sich ein Kleid nur vorstellen könnte.
Emilie und der König blickten sich tief in die Augen. Sein Gesicht veränderte sich, es wurde viel freundlicher, seine Falten an der Stirn verschwanden und er fing an zu lächeln. Auch Emilies Gesicht wurde noch fröhlicher als zuvor.
Dann Küssten sich die Beiden.
Das ganze Schloss bebte wie bei einem Erdbeben und die roten Wolken die sich zuvor um das Schloss befanden verschwanden plötzlich.
Der König blickte auf. „Der Fluch ist gebrochen“ schrie er. „Alle Menschen werden ihre Liebe zurückerhalten.“ Ich habe endlich einen Menschen gefunden der so viel Liebe mir geben konnte, als alle Menschen zuvor zusammen.
Einige tage später heirateten die beiden auf dem Balkon des Schlosses. Das ganze Volk wurde von den Reiten aufgeklärt und versammelte sich an jenem Tag vor dem Balkon. Sie klatschten und jubelten. Alle sahen glücklich aus und bald sollte es allen Menschen wieder besser gehen.
Das Brautpaar war ganz in rot gekleidet. Ganz in der Farbe der Liebe.
..und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.