Die Geschichte von Geliti Gais
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Die Geschichte von Geliti Gais

Die Geschichte von Geliti Gais
Teil 1



Frühlingsnacht und Winnemond, Maius schenkt der Kahlheit Frucht.
Die Flamm verglimmt im Hause Gais, lockt die grellscheue Nachtigall.
Kalte Wölfe, Luxe schreien, Raben sterbend, lauter Hall.
Wilde Wälder, hartes Wasser, Moos und Stöcker, Pilz und Blätter.
Fäulnis tropft aus Birkenhaut, wilder Efeu sticken Wurzeln, bebaute Eiche, harter Sand, kalte Fackel, graues Wasser, trüb der Mond im Havelnland.
Blutig Nacht die Frau liegt tot, die Amme hält mit feuchter Haut, ein schreiend Kindlein in der Hand.



Die Jahre flogen wie der Wind und vor mir steht dies schöne Kind.
Die Haut noch blasser als die Sterne, rote Lippen, langes Haar, kindlich schwarz, braun, blond sogar.
Leicht das Kleid, matt und plump, verschmutzte Schürze, nackte Beine, verkratze Haut noch von der Weide. Spielt ihre Lieder still und klar, trägt wildes Grass und Kirsch im Haar, ein Zauber voller Wunderschaar.

Welch Traum, welch Zauber trieb dich raus, in die Wälder vor dem Haus?
Hörtest Stimmen jener Engel, die dich locken in den See, wuchs seit dem her roter Klee, vor den Schilfen deiner Welt.
Im Petzin lockst du die Tiere, schwarz dein Aug und blond dein Haar, wandelst dich zu jenem Mond mit allen Fischen zum Waller.
Die Menschen fürchten dich du Hex, und starben schneller als die Tiere, da niemand mehr die Fische fing.
So warfen sie nur Aas und Tod in die Flüsse voller Angst.
Pferdeschädel, Blut und Tod. Galle, Darm und groß Geröll…
So schrie das Volke in jener Nacht:
„Geh fort du weiße Wallerhex, lass uns Leben ohne Furcht!!“

So rief Geliti eines Nachts, die weißen Nymphen aller Flüsse, aller Fische, aller Winde, und tauchte tief am See der Zeiten…