Sebastian und die sprechenden Regentropfen
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Sebastian und die sprechenden Regentropfen

Sebastian und die sprechenden Regentropfen


Sebastian saß in seinem Zimmer auf einer breiten Fensterbank, von der aus man herrlich in den Großen Garten sehen konnte. Es waren die Osterferien, die waren Sebastian nach den Sommerferien die Liebsten, da man zu dieser Zeit meist schon draußen in der Sonne spielen konnte und er nicht mehr so viele dicke Jacken und kratzige Pullover anziehen musste um nach draußen zu gehen.
Aber dieses Mal war alles irgendwie anders, richtig doof, wie er fand.
Sebastians bester Freund Tim, der mit ihm in die 2 a ging, war mit seinen Eltern über die Feiertage zu seinen Großeltern irgendwo in die Berge gefahren, wo genau hatte er bereits wider vergessen das was er wusste war, dass Tim definitiv nicht hier war um mit ihm zu spielen. Dazu kam, dass Sebastians Papa arbeiten musste.
Sebastian unternahm viel mit seinem Vater, der ist von Beruf Pilot, und er war immer mächtig stolz, wenn Freunde ihn fragten, was denn sein Vater so von Beruf sei. Er erzählte dann, dass sein Papa der Chef von großen Flugzeugen war, mit denen er immer viele Menschen zu Orten bringt, die man unmöglich zu Fuß erreichen konnte, dass sei ja auch viel zu anstrengend.
Er selbst war schon zweimal mit seinem Vater in solch einer großen Maschine geflogen, ganz vorn, wo all die Knöpfe und kleinen Bildschirme sind, die den Piloten helfen alles auch richtig zu machen.

Toll war das gewesen, erinnerte er sich jetzt, aber es machte ihn auch traurig, denn sein Papa würde erst in drei Tagen wieder da sein. Das ist nämlich so eine Sache, manchmal sind die Orte , zu denen sein Papa fliegt so weit weg, dass man es gar nicht an einem Tag hin und zurück schafft , und so ist Sebastians Vater dann öfter mal für ein paar Tage gar nicht da , sondern ruft dann von irgendwo aus der Welt an.

So war es auch jetzt, und Sebastian langweilte sich schrecklich. Draußen machte der Regen die Erde nass und ungemütlich, und so saß er nun am Fenster und sah hinaus in den Garten.
Nichts Gescheites wollte ihm einfallen, trübsinnig und bockig saß er und grübelte was er unternehmen könnte.
Seine Ma war dabei den Abwasch vom Mittagessen zu spülen, sie hatte ihm einen Wunsch erfüllt und Apfelpfannenkuchen gebacken, die er so gern mochte. Früher, als er noch kleiner war, hatte sie immer mit ihm viele lustige Dinge unternommen, wenn der Papa nicht da war. In der letzten Zeit aber hatte sie dafür nicht mehr so viel Zeit, da Sebastian im Winter eine kleine Schwester bekommen hatte.
Riesig hatte er sich darauf gefreut, endlich immer jemanden zum Spielen und Herumtollen zu haben, aber Laila war ja noch ein Baby, sie konnte noch nicht einmal laufen , oder sich gar mit ihm Raufen , und überhaupt schlief sie eigentlich nur, machte in die Windeln und Ma musste ständig auf sie aufpassen.
Wenn sie dann mal nicht schlief, quiekte sie herum wie ein kleines Ferkel, schlug mit ihren kleinen Händen wild um sich und lachte einen nur an. Dann sah man immer ihren komischen Mund, in dem noch keine Zähne waren.
Lustig sah dass aus, Sebastian sah sie gern an und fragte sich, wie lange es wohl dauern würde, bis sie endlich mit ihm spielen werde können.
Mama erklärte ihm dann immer , dass er noch eine Weile warten müsse, doch ihm kam es langsam so vor , als würde Laila gar nicht mehr größer werden wollen, sie war zwar schon mächtig gewachsen, aber von Laufen oder gar Zähnen war nichts zu erkennen .


Immer noch saß er so am Fenster, still sah er in den Garten hinaus.
Er hörte die Regentropfen an die Fensterscheibe prasseln „Dropp Dripp Platsch „ . . . . . drei mal Schlafen gehen musste er noch, dann würde sein Papa wieder da sein.
Er hatte Sebastian versprochen mit ihm auf die Rollschuhbahn zu gehen. Von den Großeltern hatte er tolle Inlineskates bekommen, die an denen die Räder alle in einer Reihe an dem Schuh befestigt sind. Bis jetzt war das Wetter jedoch noch zu kalt gewesen, und die Rollschuhbahn war auch erst letzte Woche eröffnet worden. Die ist im Winter immer eine Eisbahn, auf der man dann mit den Schlittschuhen fahren konnte.
Sein Vater hatte ihm erklärt, dass Eislaufen fast so sei wie auf den Inlineskates zu fahren, und Sebastian konnte es kaum erwarten sie endlich aus zu probieren. Tim, sein bester Freund, hatte auch Rollschuhe zu Geburtstag bekommen, die haben jeweils zwei Räder nebeneinander, zwei Vorn und zwei Hinten. Beide hatten sich ganz fest vorgenommen so oft zu üben, bis sie ähnliche Kunsttücke machen können, wie die großen Jungs, die sie auf den großen Plätzen in der Stadt immer sahen. Die können sogar über Steine springen und machen so allerhand wilde Sachen. Tim und Sebastian standen immer staunend am Rand und konnten es nicht abwarten bis der Frühling kam, damit sie endlich mit dem Üben beginnen konnten.

„Platsch, Plopp,. Pling“ machte es, Sebastian hatte den Kopf gegen die Scheibe gelehnt und träumte . . . .
Fast schien es ihm, er wäre eingeschlafen, da hörte er ganz leise zarte säuselnde Stimmchen von irgendwoher:
„ Sebastian „ wisperte eine helle Stimme, „hey Sebastian „ eine dunklere! Kaum richtig erkennbar .

Sebastian hob den Kopf und sah sich in seinem Zimmer um. Was war das?
Hatte er geträumt?
Wieder sah er aus dem Fenster, und da hörte er es ganz deutlich:
„Sebaaaaastiaaaan „ rief die helle Stimme wieder, - und da: „ Bastiiiii, Hallo, hier sind wir „ noch eine andere.
Er erschrak, setzte sich aufrecht und versuchte die Augen mit den Fingern aufzuhalten! Nein, schlafen würde er nicht, dessen war er sich nun sicher, er hatte ja die Augen weit auf!
Er schüttelte ein paar Mal heftig seinen Kopf, klopfte sich mit den flachen Händen leicht auf die Ohren, um sicher zu gehen, dass er nicht etwas mit den Ohren habe.
Vielleicht hätte er der Mama letzte Wochen doch sagen sollen, dass er sich nicht wie versprochen diese ordentlich gewaschen hatte!
Gespannt saß er nun und horchte wieder.
„Plitsch, Plonk , Plonk „ – „ Sebastiaaaan „

Da ,
da war es wieder, es rief ihn jemand, dessen war er nun ganz sicher. Er hielt vor Aufregung die Luft an.

„ hey Sebastian, hier sind wir, hier, genau vor deiner Nase, an deiner Fensterscheibe, Halllooooo!“

Mit weit aufgerissenen Augen sah er zum Garten hinaus, aber er konnte niemanden erkennen.
„Nicht im Garten, hier sind wir, direkt vor dir an der Glasscheibe!“
Sebastian betrachtete die Fensterscheibe und sah nur die darauf herunter gleitenden Regentropfen und versuchte zu begreifen wer mit ihm Sprach. .

„ Ja genau, wir sind es, Sebastian, die Regentropfen an deinem Fenster!“

Konnte das sein?
Schnell sah er sich im Zimmer um, sprang auf, lauschte zur Zimmertür heraus, um sicher zu sein, dass seine Mutter ihn nicht doch gerufen hatte.
Niemand schien in der Nähe zu sein. Er hörte seine Mama in der Küche, und huschte zurück zur Fensterbank.
Ganz nah mit dem Gesicht an der Scheibe musste er fast mit den Augen schielen und betrachtete die Wassertropfen, die an der Scheibe hängen geblieben waren.

„ Na endlich hast du uns bemerkt, das wurde ja auch Zeit „ sprach leise aber deutlich eine freundliche Stimme.
„ Wir sind die Regentropfen an deinem Fenster, wir waren schon so oft hier, aber du hast uns nie bemerkt!“ sprach eine dunklere Stimme.
„Warum bist du heute so betrübt und warum spielst du nicht Draußen im Garten?“

Sebastian überlegte, ob er antworten sollte.
Konnte es sein?
Sprach er wirklich zu den Regentropfen? Das konnte er Keinem erzählen, nicht einmal Tim, der würde ihn sicherlich für verrückt halten.
Aber nach wie vor war niemand in der Nähe, und so antwortete er zaghaft:

„ Ähm, ich . . . ich . . . ich bin ein wenig traurig, da niemand da ist, mit dem ich spielen kann, und . . . und . . es regnet ja die ganze Zeit, da macht es gar keinen Spaß nach Draußen zu gehen !“

Plitzsch, Ploppp, Plitsch hörte er die Tropfen am Fenster:
„Oh, das hören wir gar nicht gern „ antwortete eine der Tropfen etwas brummig.
„ Im Winter, als uns die eisige Luft zu weichen Sternen formte und wir als Schnee vom Himmel fielen, da warst du immer voller Tatendrang , und dir machte das Spielen im Garten trotz der Kälte viel Spaß. Nur weil wir jetzt als Wassertropfen den Boden benässen, hast du keine Freude mehr an uns??
Sebastian wurde nachdenklich , er überlegte eine ganze Weile, dann sagte er leise : „Im Winter kann man mit dem Schnee so viele Dinge tun, Eislaufen , Schneemänner bauen, Schlitten fahren,, Schneeballschlachten organisieren, Rutschbahnen auf den vereisten Pfützen glatt rutschen, ach . . . tausend tolle Sachen die man mit dem Regen nicht machen kann, und . . . . und außerdem bin ich doch allein, alle sind in den Ferien und mein Papa, der muss arbeiten, und . . . und die Mama, die muss doch auf die Laila aufpassen!“

Plitsch, Plomp „ Na, das hört sich wirklich so an, als ob du sehr traurig ist, so ist es gut, dass du uns heute entdeckt hast „ sprach eine dunkle Stimme.

„Weißt du eigentlich wie der Regen entsteht? „ fragte eine andere Stimme.

Verlegen und etwas beschämt schüttelte Sebastian den Kopf.

„ Nun, Viel Wasser aus den Meeren, Flüssen und aus der Erde verdunstet durch die Wärme der Sonne und steigt in die Luft auf.
„Dieser Wasserdampf oder auch ganz, ganz viele kleine Wassertröpfchen, die man nicht sehen kann, sammeln sich am Himmel und bilden eine Wolke die das Wasser festhält und mit sich trägt.“

Sebastian hörte gespannt zu!

„.Der Wind schickt diese Wolken über andere Meere und Länder, wobei sich mehr verdunstendes Wasser in den Wolken sammelt.“

„Hat eine Wolke ganz viele ganz kleine Wassertropfen gesammelt, werden diese irgendwann so schwer, dass sie als Regen zur Erde herunter fallen, das geschieht meistens wenn es ein wenig kälter ist.“

„Regen ist wie die Nahrung der Natur, nichts würde wachsen, kein Getreide und kein Gras, welches die Tiere fressen, kein Baum würde wachsen und Früchte tragen wenn es den Regen nicht gäbe „
„ Du siehst also wie wichtig der Regen für alles Leben auf dieser Welt ist? „

So genau hatte Sebastian noch nie darüber nachgedacht. Er hatte den Regen immer als ein wenig doof empfunden. Aber ihm wurde nun klar das Regen etwas sehr Wichtiges war


„ Wenn du Lust hast „ sagte eine der Regentropfen während er noch so darüber nachdachte hatten „ zeigen wir dir was man mit dem Regen besonderes machen kann!“

Verdutzt setzte Sebastian sich aufrechter hin und drückte sein Gesicht noch ein bisschen näher an die Scheibe
„Was habt ihr vor? „ fragte er verdutzt.

Da sah er die Tropfen auf der Scheibe herumwirbeln und hörte sie fröhlich lachen „ Komm nur mit, hole deine Gummistiefel und deine Regenjacke, wir treffen uns an dem kleinen Gartenhäuschen, in eurem Garten, dort wo das Wasser der Regenrinne in die große Tonne tropft.“

Er sah wie die Tropfen am Fenster herunter glitten und sich wohl schon auf den Weg machten.
Eine Weile saß er noch so da, und überlegte, ob er der Aufforderung folgen sollte, aber die Regentropfen hatten so fröhlich geklungen, und er hatte ja auch nichts anders vor.
Erst jetzt bemerkte er, wie lange er bereits in seinem Zimmer gesessen hatte. So huschte er die Treppe hinunter zu seiner Mutter, in die Küche und fragte wo seine Regensachen lagen.

Verdutzt fragte die Mama noch was Sebastian denn unternehmen wollte. Schnell ließ er sie wissen, dass er nur im Garten spielen wolle, und war auch schon um die Ecke verschwunden.
Es dauerte eine Ewigkeit bis er seine Sachen aus dem Sammelsurium an Kleidung aus der Kammer hervorholte. Er mochte Gummistiefel überhaupt nicht, sie hielten zwar das Wasser fern, aber Sebastian hatte immer das Gefühl, dass man in ihnen Stinke Füße bekam.
Er zog sich noch schnell dicke Socken über, in die er auch gleich die Hose steckte, schlüpfte in die Stiefel, zog die gelbe Regenjacke mit der Kapuze an und lief hinaus in den Garten.

Kaum hatte er die Auffahrt zur Garage hinter sich gelassen bemerkte er den herrlichen Duft der in der Luft lag. Es roch nach frischem Gras, ihm waren als ob sich die Pflanzen über den Regen so freuten dass sie aus Dank eine Art Parfüm an die Luft abgaben.

Er atmete zwei, drei mal tief ein, auch um sich Mut zu machen, und fragte sich immer noch ob er das alles geträumt habe, und wie er die Regentropfen nun wieder finden sollte. Als genau in diesem Augenblick bereits eine bekannte Stimme ihn rief.
„ Hallo Sebastian, schön, dass du gekommen bist, toll siehst du aus in deiner Regenjacke!
Hast du Gefallen an Musik? „

Natürlich mochte er Musik, aber ihm wollte nicht so recht einfallen, was dies mit dem Regen zu tun haben sollte.
Etwas verwirrt stammelte er: „ na klar mag ich Musik, aber woher soll die Kommen? ich habe einen Kassettenrekorder, oben, in meinem Zimmer, soll ich ihn holen? „

Da lachten die Regentropfen: „ Nein, nein, wir wollen dir zeigen, wie du die Musik des Regens hören kannst!“

„Ah ha „ seufzte Sebastian, und er überlegte noch, wie das funktionieren sollte, als auch schon eine Stimme ihn freudig anwies-
„ Deine Eltern sammeln im Gartenhäuschen so allerhand leere Dosen, Eimer und Schalen. Hole eine Paar, ein jede in einer anderen Größe heraus in den Garten und stelle sie, wie auch immer du möchtest mit der Öffnung nach untern auf den Boden und warte ab, was passieren wird!“

Schnell ging Sebastian in den kleinen Abstellraum des Gartenhäuschens, in dem sich einiges an Gerümpel, Gartenmöbeln, Fahrrädern und Werkzeug befand. Wie die Regentropfen es gesagt hatten, fand er in den Regalen Blechdosen in allen Größen, in denen mal eingelegtes Obst oder Gemüse gewesen war. Kleine und mittelgroße Plastickschüsseln und Eimer die zum Putzen oder für die Gartenarbeit benötigt wurden. Er nahm alles mit was er auf einmal in eine alte Wäschewanne legen konnte und schliff diese in den Garten hinaus.

Schnell begann er die Schüsseln und Dosen mit der Öffnung nach unten auf den Rasen und einige auf die Gehwegplatten zu stellen.
Kaum hatte er die ersten aufgestellt wurde der Regen stärker und er sah die Regentropfen auf dessen Oberfläche herumtanzen
„ PLITSCH, PLATSSCH ,
PLITSCH PLATSCH „
hörte er es auf der kleinen Blechdose, die Tropfen erzeugten beim Herabfallen einen hellen Ton.


Schnell stellte Sebastian einen der großen Plastikeimer daneben, und kaum hatte er diesen aufgestellt, hörte er „PLENCK PLENCK
PLENCKE DI PLENCK
die Topfen mit einem dumpfen Ton auf die Oberfläche prasseln.
Er wurde ganz aufgeregt, und stellte alle Behälter, die er gebracht hatte, wild durcheinander auf.
Jeder Behälter erzeugte beim Aufprallen der Tropfen einen anderen, einzigartigen Ton. Und so war es bald wie in einem fröhlichen Trommelkonzert
„DRIPP DRIPP PLENCK
, ...DROPP PLINCK PLONCK
DRIPP DRIPP BLENCK
PLINCK PLINCK
DRIPP DRIPP PLENCK,

Noch eine ganze Weile hatte er so vor dem kunterbunten Haufen der Behälter gestanden und der Regenmusik gelauscht, als plötzlich seine Mutter aus der Tür lugte um ihn daran zu erinnern das es bald Abend wurde und er nicht mehr so lange machen sollte .

Der Regen ließ nach, immer weniger Töne konnte er hören.
Sebastian begann die Eimer und Dosen wieder zurück in das Gartenhäuschen zu bringen, und sortiert alles wider so ein, wie es vorher war, darauf legten seine Eltern großen Wert, damit man auch alles wieder findet, war immer der Kommentar seiner Mutter.

Wieder im Garten angekommen hörte er die Regentropfen auf seiner Jacke heiter Lachen „ War das nicht wundervoll, es macht uns so großen Spaß Töne zu erzeugen, die meisten Menschen bemerken es nur leider nicht, sie scheinen zu sehr damit beschäftigt sich darüber zu ärgern , dass es regnet !
Hat es dir gefallen, Bastian? „

Oh ja, das hatte es, er nahm sich zugleich vor, Tim mit der Regenmusik zu beeindrucken.

Dann schien auf einmal die Sonne wieder. Herrlich warm waren ihre Strahlen und er musste blinzeln um über den Gartenbüschen den Horizont zu sehen, bald würde die Sonne untergehen.

„Es hat aufgehört zu regnen!“ bemerkte Sebastian ein wenig besorgt, wusste er doch nicht, ob die Tropfen auch noch dort sein würden, wenn es nicht mehr regnete.

Als ob sie seine Gedanken lesen konnten hörte er wieder eine der Stimmen „ Bevor du zum Abendessen hinein gehst, wollen wir dir noch etwas zeigen, schau vor dir am Horizont!“

Sebastian drehte sich und sah vor sich einen riesigen, wundervollen Regenbogen, wie ein Bogen spannte er sich von einem Punkt weit vor ihnen zur anderen Seite.
„Weißt du eigentlich wie ein Regenbogen entsteht, und warum er solch wundervolle Farben trägt?“
fragten die Regentropfen.

Wieder musste Sebastian verlegen zugeben, dass er zwar bereits einen Regenbogen gesehen hatte aber wie dieser genau entstand, das konnte er nicht beantworten.

„ Also, das ist so „ sprach die helle Stimme eines der Regentropfen „. Das Licht welches die Menschen mit ihren Augen sehen besteht aus ganz vielen Farben die wie zu einer Schnur gebündelt einen Sonnenstrahl bilden, die einzelnen Farben sind dann nicht zu erkennen.

Der Regenbogen entsteht durch Brechung des Sonnenlichts in ganz vielen Wassertropfen die nach einem Regenschauer immer noch in der Luft sind.

Die Tropfen wirken dabei wie ein Messer, welches den Sonnenstrahl zerteilt und so die einzelnen Farben sichtbar macht.
. Die Farben im Regenbogen sind immer dieselben und erscheinen immer in der gleichen Reihenfolge:
Rot,
Orange,
Gelb,
Grün,
Blau
, und Violett, die Wissenschaftler gaben ihnen einen besonderen Namen „Spektralfarben“!

Die schönsten Regenbogen sieht man während oder nach kräftigem Regen, und man kann ihn nur sehen, wenn man die Sonne hinter sich am Himmel stehen hat. „


Uhiii, das hatte er nie bemerkt, die Farben waren also immer gleich! Er sah sich den Regenbogen noch einmal genau an und konnte, wie es die Regentropfen gesagt hatten, die Farben ganz deutlich erkennen.

Rot
Orange
Gelb
Ein bisschen Grün
Und ganz deutlich das Blau dass mit Violett ganz unten den Abschluss bildete.
Er stand noch eine ganze Weile so da und sah verträumt zum Horizont.
„ Aber alte Sage über den Regenbogen, die kennst du doch, oder?? „ fragte diesmal eine sehr tiefe Stimme

Eine Sage ?? oh das wurde immer besser dachte Sebastian, er hoffte er konnte alles auch genau in Erinnerung behalten, um Tim ausführlich davon zu erzählen, alte Sagen, wie aus den Piraten und Ritterzeiten ?? die waren beiden die liebsten,
„Bitte erzählt mir die Sage vom Regenbogen! „ bat Sebastian darum schnell.

„ Also, die Sage erzählt, das an jedem Ende des Regenbogenstreifes ein Topf voller Gold zu finden ist „

„ Oh, schade . . . . das ist leider zu weit weg um danach zu suchen, da müsste man schon mit einem Auto unterwegs sein“ antwortete Sebastian.

„Ja, das stimmt, dies ist jedoch noch nicht alles, all die , die sich die Zeit nehmen , den Regenbogen zu betrachten und seine Schönheit und Einzigartigkeit zu erkennen, die haben einen Wunsch frei ! „ erklärten die Tropfen „ Aber nur die Wünsche werden erhört , die man mit Geld nicht erfüllen kann !“


Sebastian überlegte! Wünsche , die man nicht mit Geld bezahlen kann ??
Sofort wünschte er sich den Papa hierher. Aber da merkte er, dass ja ein Flugticket gekauft werden müsse, und dies muss man ja bezahlen.
Nein, dieser Wunsch war also noch nicht der Richtige, und schnell überlegte er weiter.

„ Dann wünsche ich mir „ rief er „ dass die Zeit bis mein Papa und mein Freund Tim wieder da sind, ganz schnell vorbei geht.
Er wusste zwar nicht genau wie der Regenbogen das anstellen würde, aber er fand, das dieser Wunsch super war.

„Das war ein rechter Wunsch“ riefen die Regentropfen, „Nun musst du aber los, deine Ma erwartet dich bestimmt bereits, und mache dir über uns keine Gedanken, wir werden dich mal wieder besuchen, halte nur Ausschau nach uns. „

Fröhlich lief Sebastian ins Haus. Im Flur schlüpfte er schnell aus den Gummistiefeln und der Regenjacke und lief in die Küche, wo seine Ma am Küchentisch saßen.
Bevor die Mama fragen konnte, erzählte Sebastian aufgeregt von der Regenmusik und dem riesigen Regenbogen, und was er alles dem Tim erzählen würde, und. .
Die Ma lächelten und streichelten ihm über das noch leicht feuchte Haar.
„Geh dich nur schnell waschen und die Haare trocknen“ sagte sie „ ich habe noch ein paar Apfelpfannenkuchen und eine heiße Schokolade für dich , dann kannst du mir gleich noch mal ganz in Ruhe und ausführlich von deinem Regenabendteuer erzählen!“

Nachdem er sich gewaschen und in seinen Pyjama geschlüpft war setzte er sich zu seiner Ma an den Tisch.

Sie war dabei die kleine Laila mit Brei zu füttern. Meistens gabst dann eine Riesenschweinerei, denn diese Sache mit dem Löffel zu essen, hatte sie noch nicht richtig begriffen, und wenn sie etwas nicht mochte kam es auch schon mal vor , das sie alles im hohen Bogen wieder ausspuckte.
Sebastian ging vorsichtshalber in Deckung, und setzte sich direkt hinter seine Ma!

Einen kleinen Augenblick überlegte er, ob er ihr von den sprechenden Regentropfen erzählen sollte. Das konnte er jedoch auf die Schnelle nicht entscheiden, erst mal würde er Tim davon erzählen, und abwarten wie er darauf reagierte. Dann würde er mit ihm besprechen ob noch andere in ihr kleines Geheimnis eingeweiht werden sollten.
Sebastian erzählte seiner Mama von seinem Nachmittag, und vom Regenbogen und dessen Farben. Erstaunt fragte Sie ob er diese Informationen aus dem Schulunterricht hatte, und er antwortete ihr, dass er es von Freunden erzählt bekommen hatte, und das, so schien ihm, war nicht mal geflunkert.

Am Abend lag er in seinem Bett und dachte noch so über den Nachmittag nach, als er das Telefon klingeln hörte.
Seine Mutter rief ihn, Tim sei am Apparat.
Schnell sprang er auf und die Treppe hinunter in den Flur wo das Telefon stand.
Tim erzählte ihm, dass sie morgen bereits zurückfahren würden, ein wenig früher als geplant und das er auch ein wenig langweilig sei.

Morgen Abend schon würde sie wieder zu Hause sein!

Wieder in seinem Bett fiel Sebastian die Sage vom Regenbogen wieder ein, und der bemerkte, dass sich sein Wunsch Breits erfüllt hatte.
Tim würde früher nach Haus kommen, morgen würden sie gemeinsam in den Zoo gehen und dann würde auch schon der Papa wieder da sein. Mit einem Lächeln im Gesicht deckte sich Sebastian zu und lauscht in Richtung Fenster, ob es noch regnete.
Als er sich fragte ob die Regentropfen wohl noch dort seinen, fielen ihm auch schon die Augen zu.
Er freute sich auf morgen, und es würde gar nicht schlimm sein, wenn es regnete.