In vielen von uns Steckt ein alter Zwerg Der hinaus will. So groß wie ein Zweijähriger Den würdest du Kindskopf nennen Der aber ist alt und missgebildet. Sein Kopf mag in Ordnung sein Aber alles andere scheint wie aus der Waschtrommel Ein verzweifeltes Ungeheuer. Der reine Zerfall. Er spricht mit der Piepsstimme deines Handys Mit Harry Trumans geschlechtslosem Organ: Ich bin dein Zwerg. Ich bin der Innere Schweinehund. Ich bin der Herr deiner Träume. Nein: ich bin nicht dein Gewissen Der Grossvater der über dich wacht. Ich bin das Gesetz deines Körpers Aus schwarzen Genen voller Begierde. Schau. Deine Hand zittert Doch weder von Lähmung noch vom Suff. Das ist dein Doppelgänger Der hinaus will Hüte dich … hüte dich.
Es war einmal ein Müller Der hatte eine Tochter so süss wie eine Traube. Er erzählte seinem König sie könne Aus gewöhnlichem Stroh Gold spinnen. Der König liess das Kind kommen Sperrte es in eine Kammer voller Stroh Und befahl ihm es zu Gold zu spinnen Oder das Mädchen müsse wie eine Diebin sterben. Armes Täubchen und niemand der sie rupft. Lecker drall und reizend. Armes Ding. Muss sterben ohne je Brooklyn zu sehen. Was anders Als aquamarine Tränen weinen? Da ging die Türe auf und ein Zwerg sprang herein. Hässlich wie eine Warze. Kleiner wer bist du denn? rief sie. Mit seiner dünnen Computerstimme antwortete er: Ich bin ein Zwerg. Sie haben mich an der Bondstreet ausgestellt Und nie wird ein Kind mich Papa nennen. Ich habe kein Privatleben. Wenn ich zu viel gezecht habe Weiss es am Morgen die ganze Stadt Und kein Kind wird mich jemals Papa nennen.
Ich bin achtzehn Zoll hoch Nicht grösser als ein Birkhuhn. Ich bin dein böser Blick Und niemals wird ein Kind mich Papa nennen. Hör mir auf mit diesem Papa-Gefasel. Rief sie. Kannst du vielleicht Dieses Stroh hier zu Gold spinnen? Na klar sagte er Das kann ich. Und er sponn das Stroh zu Gold Und sie gab ihm ihre Halskette Als kleine Belohnung. Als der König sah was sie vollbracht hatte Steckte er sie in ein grösseres Zimmer voller Stroh Und bedrohte sie nochmals mit dem Tod. Erneut weinte sie. Erneut kam der Zwerg Und wieder sponn der das ganze Stroh zu purem Gold. Sie gab ihm ihren Ring Als kleinen Lohn. Der König sperrte sie nun in eine riesige Halle Aber wenigstens versprach er ihr diesmal Sie zu heiraten wenn sie es fertig brächte. Wieder weinte sie. Wieder erschien der Zwerg. Doch sie hatte nichts mehr um es ihm zu geben. Ohne Sold wollte der Zwerg nicht spinnen. Er war auf etwas Grösseres aus. Er war wie ein richtiger Bluthund. Gib mir deinen Erstgeborenen Und ich werde spinnen. Sie dachte: sei's drum! Er ist ein kleiner dummer Kerl: Der König wird mein Mann nicht er. Und so schlugen sie ein. Er vollbrachte das Wunder Gold so viel wie in Fort Knox. Der König heiratete sie Und innerhalb eines Jahres War ihr Sohn geboren. Wie die meisten Neugeborenen War er hässlich wie eine Artischocke Doch für die Königin war er wie eine Perle. Sie stillte ihn gedankenlos Köstlich zitternd und voll Scham Warm undsoweiter. Aber jetzt tauchte der Zwerg auf Und forderte seinen Preis. So! Jetzt bin ich doch noch Papa geworden! Schrie der kleine Mann. Sie bot ihm das ganze Königreich an Doch er wollte nur eins: Ein lebendes Geschöpf Sein eigen zu nennen. Selbst sterblich. Wer wollte es ihm verdenken? Die Königin heulte zwei Eimer voller Meerwasser. Sie war hartnäckig Wie eine Zeugin Jehovas So dass der Zwerg Mitleid bekam. Er sagte: ich lasse dir Drei Tage Zeit meinen Namen zu erraten Und wenn du das nicht schaffst Komm ich mein Kind holen. Da sandte die Königin Boten Durch das ganze Land um die Ungebräuchlichsten Namen zu finden. Als er am kommenden Tag erschien Fragte sie: Melchior? Balthasar? Doch jedes Mal erwiderte der Zwerg Nein nein! So ist mein Name nicht. Am nächsten Tag fragte sie: Ziegenhax? Spinnenbein? Aber was sie hörte war nein nein. Am dritten Tag kam ein Bote zurück Mit einer kurligen Geschichte. Er berichtete ihr: Da kam ich durch eine Waldlichtung Wo Fuchs und Has sich Gutenacht sagen Und sah eine Hütte Vor der ein Feuer brannte. Ums Feuer sprang ein Lächerlicher kleiner Kauz Auf einem Bein und sang: Heute back ich. Morgen braue ich mir mein eignes Bier. Übermorgen gehört der Königin einzig Kind mir. Nicht einmal der Landvermesser weiss Dass ich Rumpelstilzchen heiss… Die Königin war entzückt. Sie kannte seinen Namen! Ihr Atem versprühte Luftblasen. Als der Zwerg nun wiederkam Rief sie aus: Heisst du etwa Rumpelstilzchen? Da schrie er: Der Teufel hat mich verraten! Er stampfte mit dem rechten Fuss so heftig auf Dass er bis zur Hüfte im Boden versank. Dann riss er sich entzwei Grad so wie ein zerteiltes Brathendl. Da lagen jetzt seine beiden Hälften Die eine weich wie eine nackte Frau Die andere krumm wie ein Widerhaken Die eine Hälfte Papa Die andere Zwilling.