Träume verliert man nie, wenn man nur an sie glaub
Vor langer, langer Zeit lebte ein 7-jähriger Junge namens Lukas.
Er lebte mit seinen Eltern in einem schönen, großen Schloss in der Nähe eines kleinen Dorfes. In der Umgebung des Schlosses gab es nur Armut.
Lukas hatte viele schöne Spielsachen, die überall herum lagen. Die anderen Kinder beneideten ihn, weil er immer so glücklich zu sein schien! Zur Schule musste er zwar auch gehen aber der Lehrer kam zu ihm nach Hause und hatte nur Zeit für ihn, weil er mit seinen Lehrer ganz alleine war.
Leider war er aber sehr traurig, weil er so oft alleine war und sich einsam fühlte. Seine Eltern waren zwar reich aber selten zu Hause und so hatten sie nur wenig Zeit für Lukas.
Deshalb lief er oft alleine durch den Wald
Im Wald traf er die schönsten Tiere aus aller Welt, um sich mit ihnen zu unterhalten. Die Tiere des Waldes waren außer Noah, einen Jungen aus dem Dorf, seine besten Freunde. Deshalb aß er auch niemals Fleisch.
Er sammelte im Wald Pilze und Beeren, weil er es bei den anderen Kindern gesehen hatte und so gerne so sein wollte wie sie.
Beim Spazieren gehen sah er die arme Leute. Einige fanden keine Arbeit. Andere mussten auf der Straße hart handwerken, andere verhungerten.
Lukas war sehr klug und las viele, schöne Bücher.
Aber am liebsten traf er sich mit seinem besten Freund Noah.
Noahs Familie war sehr arm und seine Eltern hatten ein Haus aus Holz gebaut.
Dort lebte er mit seinen Eltern und 7 Geschwistern.
Sie hatten nicht viel Platz aber sie waren glücklich. Noah fühlte sich nie alleine oder einsam.
Auch er las gerne Bücher und da er nicht genügend Geld hatte, um sie sich zu kaufen, lieh er sie sich von Lukas.
Sie trafen sich so oft sie konnten, um über die Bücher zu sprechen. Dabei wurde er immer begeisterter und sprach immer mehr. Sonst war er immer sehr still und schien sich nicht zu trauen etwas zu sagen. Aber bei den Gesprächen über die Bücher blühte er auf.
Ein weiteres Thema über das sie viel gesprochen haben, war Noahs Leben im Dorf. Er sollte immer wieder erzählen und Lukas bat ihn immer öfter darum. Während der Erzählungen hörte er begeistert zu und schien zu träumen.
Außer mit Noah konnte er mit niemanden sprechen und so kannte er nur die Welt der Tiere und die Welt in seinen Büchern. Seine Umgebung nahm er gar nicht wahr und so bemerkte er die schönen Dinge, die um ihn herum passierten nicht.
Lukas tat nun alles dafür, dass sie sich häufiger treffen konnten.
Doch sein Vater verbot ihn diese Treffen. Er durfte nicht ins Dorf gehen. Sein Vater sagte immer zu ihm: „Was willst du dort? Diese Menschen sind nicht gut für dich! Sie sind nicht gut genug! Sie sind dumm und arm!“
„Aber sie sind glücklich!“ antwortete Lukas dann immer traurig und enttäuscht.
„Was soll das heißen: sie sind glücklich?...Du müsstest auch glücklich sein! Du hast alles was du willst! Du hast viel Platz, viele Spielsachen und wenn du etwas möchtest, bekommst du es!“ sagte sein Vater immer wütender.
„Aber ich habe keine Freunde!“ erwiderte Lukas immer trauriger.
„Du brauchst keine Freunde! Sie sind nicht gut für dich!“ sagte sein Vater sehr, sehr wütend.
„Aber ich bin so alleine!“ antwortete Lukas verzweifelt.
„Du bist alleine?“ fragte sein Vater empört.
„Du hast alles was du haben möchtest! Alle anderen Kinder wären froh, wenn sie so leben würden!“ erklärte er weiter.
Da traute sich Lukas nicht mehr etwas zu sagen.
Als seine Eltern wieder einmal nicht zu Hause waren, lief er davon.
Er lief ins Dorf zu Noah. Er hatte Tränen in den Augen und so holte Noah ihn ins Haus und fragte was passiert sei. Seine Mutter brachte etwas zu Essen. Lukas erzählte währenddessen, dass er sich zu Hause nur noch alleine fühlte. Danach schlief er ein. Noahs Vater trug ihn auf das Sofa und deckte ihn behutsam zu. Er erwachte erst am späten Abend wieder. Noch nie hatte er sich so wohl und zu Hause gefühlt. Obwohl es nicht viel Platz gab, durfte er in dieser Nacht bei Noah und seiner Familie bleiben. Am nächsten Morgen ging Noahs Vater aber zum Schloss und sagte, dass Lukas im Dorf sei.
Lukas' Vater war inzwischen nach Hause gekommen und schrie daraufhin Noahs Vater an. Er ging mit ihm ins Dorf und holte Noah zurück. Von diesem Tag an durfte er das Schloss nicht mehr verlassen.
Und so wurde er nach kurzer Zeit krank und es ging ihm von Tag zu Tag schlechter. Die besten Ärzte des Landes versuchten ihm zu helfen aber keiner schaffte es und so wurde das Schloss zu einem traurigen und wie versteinerten Ort.
Eines Tages wagte Noah es zum Schloss zu gehen, um nach Lukas zu sehen. Weil keine Medizin geholfen hatte, durfte er zu ihm. Lukas freute sich Noah zu sehen und es schien ihm schon ein bisschen besser zu gehen.
Später sagte er zu Lukas' Vater: „Das Leben steht vor ihm und er sollte es ohne Sorgen leben.
Die Welt und das Leben sind schön aber man muss die Chance haben es zu genießen!
Was nützt es, reich zu sein, wenn man innerlich unglücklich ist?
Sehen sie ihn sich an! Er ist traurig und einsam. Seine Augen sind so traurig! Er muss frei sein, um glücklich zu sein! Was nützt es, in einem schönen Schloss zu leben, wenn man immer traurig ist? Er ist krank vor Einsamkeit und weil er sich eingesperrt fühlt!“
Er sagte weiter, dass es nicht schwer ist, ein glückliches Leben zu führen und dass es schön ist zu leben.
Lukas' Vater war überrascht und sprachlos aber er begann über das nachzudenken was Noah gesagt hatte. Er war erstaunt, dass Noah Lukas besser kannte als jeder andere.
Und so erlaubte er Lukas ins Dorf zu gehen und sich mit Noah zu treffen.
Von diesem Tag an durfte Noah auch ins Schloss wann immer er wollte.
Mit der Zeit ist die Freundschaft von Noah und Lukas immer stärker geworden. Er wurde sein engster Freund.
Wenn es innerhalb des Schlosses zum Spielen zu heiß war, spielten sie auf den Straßen. Manchmal trafen sie sich auch im Wald oder im Dorf.
Von nun an führte Lukas ein glückliches Leben.
Aber auch sein Vater änderte seine Einstellung.
Er öffnete am Wochenende die Türe seines Schlosses, um die ärmsten Leute zu empfangen. Für ihn hatte Reichtum keine besondere Bedeutung mehr. Ihm war die Liebe am wichtigsten, der Respekt vor den Mitmenschen und das Glück hatte eine besondere Bedeutung. Er hat mit der Zeit gelernt, dass reiche und arme Leute gleich wertvoll sind. Ihm waren die Welt und die Menschen nicht mehr lästig. Er verspürte enorme Lust, den Ärmsten der Umgebung zu helfen. Rund um das Schloss gab es keine bewaffneten Bewacher mehr. Die Tür seines Schlosses stand für die Armen und Kranken geöffnet.
Die Zeit vergang und Lukas und Noah wurden erwachsen. Sie gründeten eigene Familien. Während dieser Jahre wurde die Freundschaft der beiden von Tag zu Tag intensiver. Deshalb spielten die gleichaltrigen Kinder der beiden auch so oft zusammen. Lilli und Jonas, die Kinder der beiden, spielten jeden Tag miteinander und freundeten sich von Tag zu Tag mehr an. Da sie sich schon so lange kannten, wussten sie alles voneinander. Eines Tages verliebte sich Jonas in Lilli. Nach und nach verliebte auch Lilli sich in Jonas und so wurden sie zum Traumpaar im Schloss. Durch ihre Überzeugung schafften sie es die Armut aus der ganzen Welt zu verdrängen. Niemand musste mehr hungern und niemand musste mehr für Mindestlöhne arbeiten. Allen Menschen in der Welt ging es gut und die Reichen und Mächtigen der Welt waren so fasziniert von den beiden, dass sie sie alle kennen lernen wollten. Dadurch gewannen sie an immer mehr Macht und Einfluss. Diesen nutzten sie, um die Menschen auf der Welt einander näher zu bringen. So gab es keine Vorurteile mehr vor einander.
Die beiden Familien waren seitdem nicht nur befreundet sondern auch verwandt und Noahs Familie ging es niemals zuvor so gut. Sie hatten keine finanziellen Probleme mehr.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute gemeinsam glücklich und zufrieden miteinander.