Es war einmal eine Schnecke, die kroch gemütlich durch die Heide. Da sah sie einen Grashalm, der besonders groß war. Er war so groß, dass die Schnecke das Ende des Grashalms gar nicht sehen konnte. Es war wohl der größte Grashalm der ganzen Welt. Nun wollte sie unbedingt den Grashalm fressen, nicht weil sie besonders großen Hunger hatte, sondern um sich rühmen zu können, den größten Grashalm der Welt gefressen zu haben. Also kletterte sie auf den Grashalm, um ihn von der Spitze an aufzufressen. Weil Schnecken aber so langsam sind, dauert es unglaublich lange bis die Schnecke oben angelangt war. Schließlich aber hatte sie es geschafft. Durch den langen Anstieg hatte die Schnecke auch inzwischen einen großen Hunger bekommen und begann nun zu fressen. Nach einer sehr sehr langen Zeit schließlich, hatte sich die Schnecke bis zum Boden durchgefressen, und der Riesengrashalm war verschwunden. Jetzt lag sie erschöpft genau an der Stelle, wo vorher der Grashalm gestanden hatte. Da kam eine Heuschrecke vorbei und fragte die Schnecke, ob ihr schlecht sei. Da sagte die Schnecke: „Ich habe soeben den größten Grashalm der Welt aufgefressen. Jetzt werde ich bestimmt berühmt.“ – „So?“ – erwiderte da die Heuschrecke: „Hat Dir denn jemand dabei zugesehen?“ – „Nein.“ Sagte nun die Schnecke. Plötzlich bebte die Erde. Die Heuschrecke sprang schnell weg und rief dabei noch: „Vorsicht!“ Doch es war zu spät. Eine riesige Tatze trat auf die Schnecke. Die war sofort tot. Da sagte die Heuschrecke zum Nackten Bären, zu dem nämlich die Tatze gehörte: „Du hast eben die Schnecke totgetreten!“ – „Oh, Entschuldigung. Ich hab‘ sie wohl übersehen.“ Antwortete da der Nackte Bär. „Nun ja.“ Bemerkte nun die Heuschrecke: „Sie war wohl ohnehin eine Lügnerin.“ Und so erfuhr niemand von der Schnecke, die den größten Grashalm der Welt gefressen hatte.