Pressebericht der Polizei vom 31.02.2000 und etwas:
In der vergangenen Woche hielten zwei Brüder ein kleines Dorf am Niederrhein in Atem. Nach sieben begangenen Straftaten fand die Serie ein tragisches Ende. Hier der vorläufige Polizeibericht: Am Montag drangen die Brüder Max und Maurice auf das Gelände der Bio-Hühnerfarm Nolte ein. Dort erwürgten sie zahlreiche Freilandhühner, die für den Verkauf vorgesehen waren. Nachdem die Tat entdeckt wurde, entschloss sich die Eigentümerin Frau Gaby Nolte, die Tiere schleunigst zu braten, damit der Schaden sich in Grenzen hielt. Ein Osteuropäischer Mitarbeiter, der der Deutschen Sprache nicht ganz mächtig war, half ihr dabei.
Als die Hühner, die nun für eine Amerikanische Fast-Food-Kette bestimmt waren, sich im Großraumofen langsam aber sicher zu lecker gewürzten, knusprigen Hühnchen verwandelten, verließ Frau Nolte für einige Stunden den Betrieb um sich für ein "Date" am Abend beim Hairstylisten aufbrezeln zu lassen. Ihr Osteuropäischer Mitarbeiter sollte den Bratvorgang überwachen, ließ sich aber von Herrn Gorbatschow aus der Flasche ablenken. Während dieser Zeit stahlen die beiden Jugendlichen den größten Teil der nunmehr fertig gebratenen Tiere und entkamen unerkannt. Frau Nolte machte für das Geschehen ihren Mitarbeiter verantwortlich. Dieser konnte sich aufgrund seiner Bekanntschaft mit der Gorbatschow-Flasche nicht wehren und wurde mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
Am Dienstag wurde die Schreinerei Klöck Opfer der beiden Beschuldigten. Die Schreinerei, die marktführend im Holz-Brückenbau ist, erwartete einen Bus mit älteren Mitbürgern zu einer Werbeveranstaltung. Als der Bus die Holzbrücke zum Betriebsgelände überquerte, brach diese unter der Last zusammen. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass tragende Teile der unter Denkmalschutz stehenden Brückenkonstruktion manipuliert wurden. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Am Mittwoch wurde ein Einbruch in die ortsansässige Tabakfabrik gemeldet. Nach ersten Erkenntnissen wurde hier aber nichts gestohlen. Es kam jedoch am späten Nachmittag zu einer kleinen Explosion in der Raucher-Versuchsecke. Hier fanden die Beamten der mittlerweile eingerichteten "SoKo M&M" Spuren von Schwarzpulver. Bei den weiteren Ermittlungen fanden die Beamten in einem Nebengebäude der Firma größere Mengen Hanf, wonach auch ein Verfahren gegen den Geschäftsführer der Tabakfirma eingeleitet wurde. (Pech gehabt!)
Am Donnerstag wurde der Rettungsdienst in die Onkel-Fritz-Straße gerufen. Ein Bewohner des dortigen Altenheimes reagierte allergisch auf eine größere Anzahl von Mistkäfern, die sich in seinem Bett befanden. Er konnte aber nach ambulanter Behandlung zurück in sein Zimmer. Hier ergaben die Ermittlungen der Polizei Einbruchspuren am Fenster. Die Käfer waren also vorsätzlich ausgesetzt worden und nicht auf hygienische Mängel im Heim zurück zu führen.
In den frühen Morgenstunden zum Freitag wurde der Besitzer einer Bäckerei von Geräuschen aus seiner Backstube geweckt. Durch sein Auftauchen wurden die Eindringlinge bei ihrem Vorhaben gestört und flüchteten. Es entstand nur geringer Sachschaden.
Dann, am Samstag, kam es zum tragischen Ende der Einbruchserie...
In dem Misch- und Mahlbetrieb der Firma Menke & Sohn wurden die beiden Jugendlichen auf frischer Tat vom Türsteher Günther G. ertappt. Während der darauf folgenden Streitigkeiten kam es zu einem tragischen Unfall, in dem die beiden Brüder Max und Maurice zwischen die Mahlmühlen gelangten. Sie verstarben noch an der Unfallstelle. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung wurden zahlreiche Beweise sichergestellt, so dass die Straftaten der vergangenen Woche den Beiden zugeordnet werden konnten.
Eine ältere Dame, die auch als "Klatschblatt vom Dorf" bekannt ist, kommentierte die Einbruchserie mit folgenden Worten:
"Gott sei Dank, nun ist´s vorbei, mit der Übeltäterei!"