Es war einmal ein böser Zwerg, der lebte in einem Wald in einer ausgehöhlten alten Eiche. Seine Bosheit bestand darin, dass er Kaufleuten, die durch den Wald mussten, Fallen stellte, sie erschlug und deren Habe in seiner hohlen Eiche hortete. Eines Tages nun, als der Zwerg beim Frühstück saß, setzte sich eine Fliege auf seine Musbrot. Da wedelte der Zwerg mit seiner Hand, und die Fliege flog weg. Nachdem der Zwerg einmal abgebissen und verträumt gekaut und heruntergeschluckt hatte, saß die Fliege wieder auf dem Musbrot. Nun wurde der Zwerg wütend und schlug geradewegs hinein in die Musschicht, dass es nur so spritzte. Die Fliege war aber schneller als der Zwerg, flog ein wenig herum und setzte sich dem Zwerg auf die Nase. Wütender als je zuvor schlug er sich mit der Faust auf Nase, dass er nur so schrie vor Schmerz. Die Fliege hatte er aber immer noch nicht getroffen. Inzwischen war nun zudem der Musgeruch dem Nackten Bären in die Nase gestiegen, und so kam er zu der hohlen Eiche getrottet. Die Fliege, von der Wut des Zwerges selbst gereizt, hatte aber ihre neunundneunzig Geschwister gerufen, die sich nun alle mit auf den Zwerg setzten, um ihn vollends zu verärgern. Der Zwerg hatte aus lauter Verzweifelung den Mustopf vor seine Baumhöhle gestellt, in der Hoffnung, dass so die Fliegen von ihm ablassen und sich auf das Mus stürzen würden. Doch die wollten nur noch den Zwerg ärgern, der nun in seiner Höhle lag und sich unter den Fliegen schreiend und fluchend wand. Der Nackte Bär aber hatte nur Augen für den Mustopf vor der Baumöffnung und überhörte so den jammernden Zwerg. Also nahm er den Mustopf und setzte sich mit einem Plumps in die Baumhöhle hinein. Da war auf einmal alles ruhig. Und wenn der Nackte Bär gewusst hätte, dass er einen bösen Zwerg und 100 Fliegen auf einen Schlag erledigt hatte, so hätte er von sich sagen können: 101 auf einen Streich.