Ein Huhn hatte beschlossen, seinen Hof zu verlassen, nachdem dieser abgebrannt war. „Besser als nichts!“ Sagte das Huhn. Und so spazierte es in den Wald hinein. Nachdem es ein Weilchen vor sich hin gelaufen war, sah es ein Tier, das es nicht kannte. Neugierig ging das Huhn auf das fremde Tier zu. Da formte sich das Tier zu einer Kugel. Das Huhn aber wollte es nun zum Freund haben, und irgendwann würde es sich schon wieder ausrollen. „Besser als nichts!“ Sagte das Huhn. Also wartete es einfach. Die Kugel bewegte sich aber nicht. Nach einiger Zeit gedachte das Huhn weiterzuziehen, aber mit der Kugel. Und so gab es der Kugel einen Stups, um sie vor sich her zu rollern. Doch was war das? Die Kugel stach das Huhn in den Fuß. „Au!“ Schrie da das Huhn. Denn die Kugel war nichts anderes als ein Igel, der sich zusammengerollt hatte. So schnell wollte das Huhn aber nicht aufgeben. Und so wartete es neben dem Igel und pickte währenddessen alles Fressbare auf, was der Wald in der Umgebung des Igels zu bieten hatte. Nach einigen Tagen fielen die ersten Blätter von den Bäumen, denn der Herbst hatte schon lange Einzug gehalten. Und so bedeckten nun auch einige der Blätter den Igel, der sich immer noch nicht rührte: Einmal zusammengerollt, wollte der nämlich gleich bis zum Frühling durchschlafen. Das Huhn fand aber langsam nichts mehr zu fressen. Da wurde es traurig und beschloss, sich einen anderen Kameraden zu suchen. So zog es weiter und fand eine kleine Höhle. Dort wollte es sich einrichten. „Besser als nichts!“ Sagte das Huhn. Indessen ging der Nackte Bär durch den Wald und sah einen kleinen Laubhaufen vor sich. Vor lauter Freude an den Herbstfarben wollte er das Laub durch einen heftigen Tritt mit seiner Bärentatze aufwirbeln. Dabei traf er aber den noch immer zur Kugel gerollten Igel. „Au!“ Schrie da der Nackte Bär. Der Igel aber rollte weit durch den Wald, bis er schließlich genau in die Höhle hineinkullerte, in die das Huhn gerade eingezogen war. Das Huhn erschrak zuerst, freute sich dann aber über die stumme Gesellschaft: „Besser als nichts!“ Sagte das Huhn. Die Höhle war aber in Wirklichkeit ein Fuchsbau. Als der Fuchs in seine Höhle kam und das Huhn erblickte, freute er sich über die leichte Beute. Als er aber nach dem Huhn schnappte, flog dieses ein Stück zurück. Da aber hinter dem Huhn der Igel lag, schnappte der Fuchs mit großen Appetit in die Stacheln des Igels hinein. Nun hob ein unglaubliches Gejammer des Fuchses an. Schnell ließ er ab von dem Igel und suchte das Weite. Das Huhn aber blieb bis zum Frühling in der Höhle mit dem schlafenden Igel und bediente sich an der Speisekammer des Fuchses, wenn es Hunger hatte. Und als der Igel aufwachte, sagte das Huhn: „Lass uns eine Familie gründen.“ – „Ich bin aber kein Huhn.“ Entgegnete darauf der Igel. „Besser als nichts!“ Sagte das Huhn. Und das ist das Ende des Märchens.