Sieben Zicken für Herrn Wolf
Inhalt Ändern Diskussion Versionen Bewerten

Sieben Zicken für Herrn Wolf

Herr Wolf war Talent-Scout für die Cheerleaders der American-Footballmannschaft von Rheinfire Düsseldorf. Er war stets bestrebt, die besten und attraktivsten Mädchen für seine Truppe zu finden. Schließlich sollte die Show in der LTU- Arena Düsseldorf perfekt sein!

Von einem Bekannten erfuhr Herr Wolf, dass in einer kleinen Stadt am Niederrhein eine allein erziehende Mutter mit sieben Mädchen wohnte, welche allesamt wahre Schönheiten sein sollten! Herr Wolf wollte es zunächst kaum glauben, da er aber im Moment nichts Besseres vor hatte, machte er sich am nächsten Tag gleich auf den Weg. Er brauchte nicht lange suchen, denn in einer Kleinstadt kannte man sich eben und eine Alleinerziehende mit sieben Mädchen war ja auch nicht alltäglich.

Frau Geißlein-Zicke (so hieß die Dame) öffnete die Tür und Herr Wolf stellte sich vor. Neugierig versammelten sich dann auch die Mädels an der Haustür und musterten den fremden Mann.
Oh Gott - Zickenalarm, dachte Herr Wolf bei sich, doch sein Interesse an den Mädchen war groß, denn sie waren wirklich Schönheiten. "Wer ist denn die Jüngste von Euch?" wollte er wissen. Die Kleinste trat vor: "Ich bin fast 14 und heiße Ina." Herr Wolf überlegte kurz. Ina wäre etwas zu jung für seine Truppe, vielleicht nächstes Jahr, aber die Anderen würden definitiv eine Bereicherung darstellen.
Doch Frau Geißlein-Zicke blockte ab. "Meine Mädchen stehen nicht zur Verfügung!" und knallte dem verdutzten Herrn Wolf die Tür vor der Nase zu.
Aber so schnell gibt ein echter Scout nicht auf! Er wollte am Abend noch mal vorbei schauen, vielleicht würde sich die Mutter ja noch umstimmen lassen, wenn nur das Angebot verlockend genug wäre. Doch auch am Abend knallte Frau Geißlein-Zicke ihm die Tür vor der Nase zu.

Am nächsten Morgen hatte die Mutter einen Termin beim Gynäkologen (NEIN, keine neue Zicke. Routinekontrolle!) Sie wies ihre Mädchen mehrfach darauf hin, dass sie keinem die Tür öffnen sollten. Nach einem "Jaaaaaa Mamaaaaa" verließ sie kurz darauf ihr Haus.
Herr Wolf, der die vergangene Nacht im Auto vor dem Haus verbracht und auf einen solchen Augenblick gewartet hatte, klingelte erneut an der Tür. Doch die braven Mädchen verwiesen auf ihr Versprechen der Mutter gegenüber, die Tür keinem zu öffnen. Erst als Herr Wolf die schicke, glitzernde Uniform der Cheerleaders ans Fenster hielt, öffneten sie. "Nur mal anprobieren", sagten die Mädchen. Herr Wolf witterte seine Chance und forderte schleunigst ein Großraumtaxi an. Da die Mädchen von dem Flimmer und Glitter so begeistert waren, wagte er den Vorstoß. "Wollt ihr nicht mal das große Stadion besichtigen? Wenn wir uns beeilen, sind wir in einer Stunde wieder zurück (Lügner) und eure Mutter merkt es nicht mal!"
Die Mädchen waren einverstanden. Nur Ina, die Jüngste, durfte nicht mit.
Als Frau Geißlein-Zicke nach Hause kam, traute sie ihren Augen kaum. All ihre Mädchen waren verschwunden, nur die Jüngste saß in ihrem Zimmer und erzählte der Mutter, was geschehen war.

Sofort machten sie sich auf den Weg, um die Mädchen zu suchen. In einem Hotel nahe der LTU- Arena fanden sie schließlich die Sechs. Herr Wolf hatte sie in einem Zimmer eingemietet und wartete im Nebenzimmer auf die Trainerin der Cheerleaders. Da er die ganze Nacht unbequem im Auto verbracht hatte, schlief er nun tief und fest. Er bemerkte die Ankunft der Mutter nicht und auch nicht, wie sie ihre Kinder stumm aus dem Zimmer winkte und zurück in die Heimat fuhr.
Als die Trainerin das Zimmer betrat, traf sie nur den schlafenden Herrn Wolf an. Sie schimpfte fürchterlich mit ihm und zog unfein ihr Knie an, als er entschuldigend vor ihr stand. Der lukrative Vertrag und die fette Provision für Herrn Wolf waren damit geplatzt.

Frau Geißlein-Zicke und die Mädchen waren froh, wieder zu Hause zu sein. Schließlich gab es wichtigeres, wie Cheerleader bei einer Football-Mannschaft zu sein.

Mittlerweile ist Rheinfire pleite und wurde vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Herr Wolf wurde arbeitslos und kam mit der veränderten Situation nicht mehr zurechet. Er sprang in einen Brunnen und ertrank.

Und wenn die Zicken nicht gestorben sind...