Es war einmal ein Hund, der diente auf einem Bauernhof. Nachdem er nun viele Jahre lang den Hof bewacht und alles mögliche Gesindel in die Flucht geschlagen hatte, starb der alte Bauer. Den Hof übernahm aber der Stiefsohn des verstorbenen Bauern. Dieser wollte dem alten Hund aber sein Gnadenbrot nicht geben, und so verjagte er ihn von seinem Hof. Da trottete der alte Hund nun durch den Wald auf der Suche nach einer Bleibe. Von Zeit zu Zeit juckte es den alten Hund: Ein Floh schien Schabernack mit ihm zu treiben. Soviel er ihn aber auch suchte, er fand ihn nicht. Plötzlich tauchte vor ihm der Nackte Bär auf. Vor Schreck entleerte sich der alte Hund, und hinten kam alles heraus, was er hatte. Doch was war das?! Der Nackte Bär beschaute sich genau den Unrat des alten Hundes. „Du kannst kein Gold scheißen.“ Sagte da der Nackte Bär zu dem alten Hund. „Ich kenne einen alten Hofhund, der konnte das.“ Fügte er dann noch hinzu. „Alles, was ich jetzt noch habe, das ist ein Floh, der mich ständig beißt.“ Erwiderte da der alte Hund. Mit einem Male blitzte, funkte und zischte es. Da tauchte eine böse Hexe vor den beiden auf und sagte: „Ich seid in meinen Zauberwald eingedrungen, dafür muss einer von Euch beiden büßen!“ - „Gegen Hexen bin ich machtlos.“ Sagte der Nackte Bär. Doch schon hatte die Hexe den alten Hund in einen Kamm verwandelt und diesen sich in ihr verfilztes Haar gesteckt. Nach wenigen Augenblicken aber musste die Hexe sich wie wild am ganzen Körper kratzen. Sie vollführte einen wahren Hexentanz und rief dem Nackten Bären zu: „Hilf mir, hilf mir. Ich geb‘ Dir alles, was Du verlangst.“ Da sagte der Nackte Bär: „Ich werde Dir helfen, aber nur, wenn Du den Kamm wieder in den alten Hund verwandelst und ihm einen Wunsch gewährst.“ – „Ja, Nackter Bär. Ich will alles tun, was Du verlangst. Hilf mir, hilf mir.“ Jammerte die Hexe weiter. – „Du musst es mir versprechen!“ Sagte aber der Nackte Bär, denn er wusste: Auch böse Hexen müssen halten, was sie einmal versprochen haben. „Ja, ich verspreche es.“ Schrie die Hexe, die schon ganz grün vor Angst und Ärger war. Nun streckte der Nackte Bär seine Tatze zum Kopf der Hexe, und der neugierige Floh sprang herüber zum Nackten Bären. Weil der Nackte Bär aber nackt ist, konnte er den Floh sofort entdecken und totschlagen. Nun musste die Hexe aber ihr Versprechen halten und den Kamm zurückverwandeln in den alten Hund. Obendrein durfte nun der alte Hund einen Wunsch äußern. Und so wünschte er sich nichts sehnlicher als dass der alte Bauer noch am Leben wäre und die beiden dann noch einige Jahre gemeinsam verbringen könnten bis der Tod auch den alten Hund holen würde. Gesagt getan: Als der alte Hund wieder zu dem Bauernhof kam, nahm gerade der böse Stiefsohn Reißaus, nachdem der den alten Bauern hatte aus seinem Grab steigen sehen. Der alte Bauer und der alte Hund lebten nun noch so einige Jährchen und hatten noch einen schönen Lebensabend. Die böse Hexe aber versteckte sich von nun an vor dem Nackten Bären, denn sie wusste nicht wie groß seine Macht wohl wirklich war, wenn er sie von so einer schlimmer Plage hatte befreien können. Und das ist das Ende von dem Märchen.