Verlassen und nach Merlistadt
Ein verlassenes Wesen, kleiner wie ein Zwerg, grünhäutig wie ein Gnom, hässlich, schrumpelig und fast nackt ,
lebte einsam und verloren seit Ewigkeiten unter einem heißbrodelnden Vulkan.
Alles hier, war wie es in der Hölle nicht schlimmer sein konnte. Heißer matschiger Boden, erdrückend klaffend
schwarze Wände, umgeben von quälender Hitze und gelbe giftige Schwefeldämpfen, die kaum Luft zum Atmen
ließen und das Tag ein Tag aus.
Die Höhlen, ein geisterhaftes Laborient von unzähligen düsteren Tunneln existierten schon viele Tausend von
Jahren.
Hier unten war das Zuhause der Samols und Sambo war der letzte seiner Spezies, der zurück geblieben war.
Trotz seines Alters noch ein Kind, Kind weil er nie Erwachsen wurde, er hatte nie einen Erwachsen Samol
kennen gelernt.
Eines Tages kroch das kleine Wesen Sambo einen noch nie zuvor von ihm benutzen Gang hinauf. Er spürte die
Enge der steinernen Wände um sich, aber dann endlich, als es schien er würde zerquetscht wie unter der Last
eines riesigen Felsen, war in weiter Ferne ein milchiges Licht zu sehen.
Dankend spürte er, wie es mit jedem Schritt freundlicher , die Luft freier von all diesem Übelriechenden wurde.
Er fragte sich, war das der „Vulkan der so viel Versprach „ , welcher in den vielen farbigen Wandmalereien und
Hieroglyphen an den Wänden der Höhlen von seinem Volk geritzt wurde.
Ja, tatsächlich am Ende des Gangs sah er den brodelnden Vulkan, unter welchem er sein Leben lang eingeschlossen
war.
Endlich nach so langer Zeit gelangte er unter freien Himmel. Im Mondschein offenbarte sich ein beeindruckendes
Schauspiel, er beobachtete den Weg glutroter Lavaströme ins Meer, wo sich Feuer und Wasser zu neuem Land
vereinigten.
Müde , vielen langsam Sambos Augen zu, letzte Gedanken tummelten sich in seinem Kopf, als Dort!!
Dort plötzlich in der Ferne tat sich ein hellschimmernder Fleck auf, der langsam näher kam größer wurde und
seine wahre Gestallt annahm.
Sambo erschrak und kauerte sich zusammen... Ein Drache?.
Nanu, überrascht stellte er fest, aus der Nähe sah er ganz und gar nicht gefährlich oder bedrohlich aus. Sondern
sein Gesicht strahlte sehr viel Güte aus und ein lieblich herzliches Lächeln begrüßte ihn.
In den runden schwarzen Augen des Drachen spiegelten sich tanzend die feurigroten Flammen des Vulkans wieder.
Sein Fell strahlte weiß und schien im Mondlicht so bauschigflauschig wie aus Watte.
Wie von Zauberhand geleitet. schwang sich der kleine Kerl auf den Rücken des Drachen. Dieser drehet sich kurz um
und zwinkerte Sambo mit seinen großen sanften Augen zu.
Dann spürte er die hebende Kraft, rauschende Luftströme streichen sein Gesicht.
Der Flug wurde so rasant, dass Sambo fürchtete keine Luft mehr zubekommen. Er hielt den Atem an und krallte mit
seinen Fingern tief in das weiche Fell. Sein Herz hämmerte und raste aufgeregt und im Nu brachten die mächtigen Schwingen Beide den Himmel ganz nah.
Als er langsam wieder seine Augen öffnete, sah Sambo wie sein steinig, ödes Zuhause hinter ihm verschwand und
sie rauschten durch ein Sternentor auf eine Welt zu, die im hell silbernen Licht aus sich herausstrahlte.
Es erschien ein kristallnes Königreich ,Häuser Burgen und Paläste verbunden mit silbern spiegelnden Wegen ,
umgeben von gläsernen Bergen und bunte Farben umhüllten diese wunderbare glitzernde Welt.
Der Drache glitt sanft herhab inmitten dieser scheinbaren Märchenwelt Namens „Merlistadt“
So verließ auch der letzte Samol die Höhlen des Vulkans und fand sein Reich in Merlistadt.
© LIV MORRIS