Sabine und die Männer - WG
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Sabine und die Männer - WG

Sabine Wittchen ist eine selbstbewusste junge Frau, die Stress mit ihrer Stiefmutter hatte. Dazu kam noch ihr großes Talent, dass die einfachen Dinge des Lebens zu lebensbedrohlichen Risiken werden konnten. Sabine beschloss, die elterliche Wohnung zu verlassen und ihr Glück in der Nachbarstadt, gleich hinterm Berg zu suchen. Nach einigen Telefonaten konnte sie in der WG eines Bekannten für einige Tage unter kommen. Hier handelte es sich um eine reine Männer WG. Bedingung für die freie Logis: Kochen, Putzen, Bügeln, Waschen, Aufräumen.
Sabine war einverstanden.
Die Stiefmutter, nennen wir sie mal Josefa F. aus X., saß vor ihrem Spiegel. Ihrer Meinung nach war sie die schönste Frau hier von Plattenbau. Es klingelte an der Tür und ein Bekannter der Familie kam zu Besuch.
„Mein Gott Josefa, siehst du heute aber schrecklich aus. Nimm dir ein Beispiel an deiner Stieftochter,“ sagte er abwertend.
„Findest du?“ Sie wirkte unsicher und rannte sofort zum Spiegel. Bald wäre die Wahl zur Miss Plattenbau und Josefa rechnete sich gute Chancen aus, wenn – ja wenn da nicht Sabine wäre! Sie war jung und attraktiv. Eine echte Favoritin für den Titel. Josefa wollte unbedingt diesen Titel gewinnen. Sie würde alles dafür tun. Ein lukrativer Werbevertrag, einen Check über 5.000 Euro und ein Wochenende in einem Märchenschloss.
Sabine wohnte nun schon einige Tage in der WG. Die Männer waren zufrieden, dass die Wohnung immer aufgeräumt war - und Sabine, weil sie länger bleiben durfte.
Eigentlich war es heute so wie jeden Morgen. Die Männer waren schon aus dem Haus und Sabine wollte einkaufen gehen. Beim Bücken, um sich die Schnürsenkel zu binden, schlug sie mit dem Kopf auf die Tischkante. Dann klingelte es an der Tür. Sabine konnte nicht so recht erkennen, wer denn nun vor der Tür stand. Es handelte sich um eine ältere Dame, die für arme Kinder in Brasilien sammelte und handgefertigte Gürtel verkaufte. Um nicht noch eine halbe Stunde vor der Tür zu diskutieren, gab Sabine ihr 10 Euro. Schnell legte die Dame ihr einen Gürtel um und bedankte sich. Sabine schloss die Tür und bemerkte, dass der Gürtel sehr eng saß und ihr förmlich die Luft abschnürte. Doch bei dem Versuch die Schnalle zu öffnen, brach ein Teil des Verschlusses ab und verhakte sich. Panik und Atemnot waren die Folge. Kurz darauf wurde sie bewusstlos.
Zufällig kam Manni Zwerg, einer der Bewohner, heute früher nach Hause. Ihm plagten Darmprobleme, so dass er seinen Arbeitstag abgebrochen hatte. Er fand seine Mitbewohnerin leblos auf dem Boden vor. Sofort erkannte er die Ursache und schnitt den Gürtel durch. Kurz darauf kam Sabine wieder zu sich. Da ihr aber solche Missgeschicke öfter passierten, dachte sie nicht weiter darüber nach.
Einige Tage später stand Sabine noch unter der Dusche. Es klingelte an der Tür, als sie dieses billige Shampoo von „Pfennig“ in die Augen bekam, welches so ein brennen verursachte. Da sie aber ein Paket von Qualle erwartete, zog sie sich schnell einen Bademantel über und öffnete die Tür. Eine alte Dame stand da und verkaufte Kämme. „Der Erlös kommt…“
Sabine nickte und gab ihr fünf Euro. Ihre Augen brannten, sie wollte die Frau schnellstens los werden. Diese steckte einen Kamm in ihr Haar und verschwand. Sabine beeilte sich, um wieder ins Bad zu kommen. Dabei versuchte sie den Kamm aus ihrem Haar zu ziehen, der hing aber fest.
Brennende Augen, schnell ins Bad, den Kamm heraus ziehen. Soviel Dinge auf einmal, das konnte nicht gut gehen. Sabine rannte mit hoher Geschwindigkeit vor den Türpfosten und blieb bewusstlos liegen.
Gegen Abend kamen die Bewohner der WG heim und fanden Sabine kaum bekleidet am Boden liegen. Sabbernd und grinsend nutzten sie die Gelegenheit… (da es sich hier um ein Kindermärchen handelt, nehmen wir eine andere Variante)
Vorsichtig legten sie Sabine auf ihr Bett und deckten sie mit ihrer Lieblings-Kuscheldecke zu. Ein kalter Eisbeutel auf der Stirn vollbrachte Wunder und sie kam zu sich.
Der Tag der Wahl zur Miss Plattenbau war gekommen. Vier verschiedenen Disziplinen galt es zu meistern. Danach zog sich die Jury zur Beratung zurück. Sabine hatte den ganzen Morgen noch nichts gegessen und der Magen knurrte. Also schnell einen Apfel essen, bevor die Juri die Plätze verteilte.
Mit vollem Mund stolperte Sabine die Treppe hinunter. Dabei verschluckte sie sich und ein Stück Apfel blieb im Hals stecken. Sabine lief blau an. Franz – Josef M. war Sanitäter und zufällig bei dieser Veranstaltung. Er erkannte die Situation sofort und konnte durch einen fachmännischen Griff Sabine von dem Stück Apfel befreien. Sie sahen sich nur an. Alles drum herum war nebensächlich. Jeder Anwesende bemerkte, hier machte es gerade „klick“.
Happy End? Aber sicher!! Sabine wurde Miss Plattenbau. Den Werbevertrag lehnte sie dankend ab, da es sich um Haarshampoo vom „Pfennig“ handelte. Den Check spendete sie an arme Kinder in Brasilien. Aber das Wochenende im Märchenschloss verbrachte sie mir ihrem Retter.
Josefa landete bei der Wahl im unteren Drittel und die Männer WG würde sich mal wieder über eine weibliche Mitbewohnerin freuen.

Und wenn sie nicht gestorben sind …