Der Trank der Unsterblichkeit
Der Trank der Unsterblichkeit
Es war einmal ein schönes junges Mädchen mit Namen Violetta. Sie lebte mit ihren Eltern in einer kleinen Hütte am Waldrand. Sie waren sehr arm
Eines Tages sollte die Tochter in den Wald, um Pilze für das Abendessen zu suchen.
Als sie schon sehr weit in den Wald gelaufen war, tat es plötzlich einen lauten Knall und ein Zauberer stand hinter ihr. Er berührte sie mit seinem Zauberstab und sie stand still und stumm.
Der Zauberer schleppte das Mädchen in seine Höhle.
In dieser Höhle war der Eingang zu einem großen Zauberschloss mit vielen Türmen. Dort sperrte der Zauberer das ängstliche Mädchen in sein Zauberlabor ein. Er brauchte nämlich für einen Zaubertrank, der unsterblich machen sollte, Haare und frischen Speichel von einem jungen schönen Mädchen. Damit er sicher sein konnte, dass sie nicht fliehen kann, verwandelte er sie in eine Statue, vergaß aber, sie auch stumm wie eine Statue zu machen.
Dann verließ er sie, um nach weiteren Zutaten für seinen Unsterblichkeitstrank zu suchen.
In dem Labor des Zauberers brodelte es aus vielen Töpfen, die über verschiedenen Flammen hingen. Es stank entsetzlich und gelegentlich zischte es auch ganz unheimlich. Die arme Violetta war jetzt zwar unbeweglich wie eine Statue, aber ansonsten war sie noch ganz Mensch und zitterte innerlich vor Angst. Außer dem Brodeln in den Töpfen hörte sie nichts, obwohl das Fenster des Labors weit geöffnet war.
Nachdem sie schon ein paar Stunden dort stand, hörte sie andere Geräusche. Es hörte sich an wie Pferdegetrappel. Sie rief: „Hilfe, Hilfe, helft mir! Ich bin im Zauberschloss von dem bösen Zauberer gefangen!“
Das hörte ein schöner Königssohn, der gerade an der Höhle vorbei ritt. Vorsichtig schlich er sich in die Höhle und staunte nicht schlecht über das große ‚Schloss, das sich hier verbarg. Er ging zu dem Fenster, wo das Mädchen gerufen hatte. Er sah sie und fand gleich Gefallen an ihr, obwohl sie dastand wie eine Statue. Violetta gefiel der schöne Prinz auch sofort. Sie fragte ihn, wie er denn heiße. Er antwortete: „Mein Name ist Franz.“ Sie erzählte ihm, was vorgefallen war und plauderte mit ihm sehr nett. Sie wurden immer vertrauter miteinander, als es plötzlich knallte und der Zauberer hinter dem Prinzen am Fenster stand. Violetta lief ein kalter Schauer über den Rücken und sie versuchte mit ihren Blicken den Prinzen zu warnen.
Der Zauberer versuchte, den Prinzen zu packen, es kam zu einem Gerangel. Der Prinz bemühte sich, den Zauberer zu packen, doch der wich immer wieder aus. Schließlich packte der Prinz den Zauberer doch an seinem Gewand und entriss ihm seinen Zauberstab. Dabei fiel ein großer Topf um. Der Zauberer probierte noch, diesen zu halten, doch er ging samt Topf zu Boden. Da gab es einen entsetzlichen Knall und fürchterlicher Rauch füllte das ganze Labor aus. Die arme Violetta konnte sich nicht rühren und dachte schon, ihr letztes Stündlein habe geschlagen. Doch dann lichtete sich der Rauch und plötzlich merkte sie, wie wieder Leben in ihre steifen kalten Glieder kam. Und schließlich sah sie auch den Zauberer, der ganz leblos zwischen viel Flüssigkeit und lauter Pilzen auf dem Boden lag und nur noch röchelte wie ein Fisch auf dem Trockenen.
Allmählich konnte sie auch den Prinzen wieder erkennen, der sich in die Nähe des Fensters gerettet hatte.
Der Prinz kam lächelnd auf sie zu umarmte sie und fragte sie, ob sie seine Frau werden wolle. Sie antwortete: „Ja, Franz.“ Dann küssten sie sich.
In diesem Moment tat es nochmals einen lauten Knall wie von einer Explosion. Der Zauberer war nicht mehr zu sehen, stattdessen nur noch eine eklige Nacktschnecke. Und plötzlich kam eine Ente durch das offene Fenster geflogen und fraß die Schnecke schmatzend auf.
Da tat es nochmals einen lauten Knall und das Zauberschloss samt Höhle war plötzlich verschwunden. Violetta und Franz standen jetzt auf einer wunderschönen Wiese, neben ihnen des Prinzen Pferd. Auf dieses hob er sie und ritt mit ihr zu Schloss. Nachdem er sie so gerettet hatte, planten sie ein Hochzeitsfest.
Sie heirateten und alle waren glücklich.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Dies ist ein Märchen von der „blauen Gruppe“ des Ferienprogramms „Märchen-Sagen-Fantasie“ von 30.07.2007 bis 03.07.2007 im Kinderzentrum DOMINO Coburg.