Moni und der Bücherwurm
‚War das ein schöner Geburtstag!’ Moni stand träumend vor ihrem Bücherregal. Sie liebte ihre Bücher über alles. Ihre Freunde nannten sie die Leseratte. Wenn sie sich etwas wünschen konnte, entschied sie sich für Bücher. Für sie waren es Freunde, die ihr halfen in eine andere Welt abzutauchen. Gerade war sie dabei ihre drei neuen Bücher ins Regal einzuordnen. Viele hatte sie noch nicht gelesen, jedoch freute sie sich schon darauf. Soviel Zeit blieb neben den Hausaufgaben nicht. Außerdem achteten ihre Eltern darauf, dass sie genügend Zeit im Freien verbrachte.
Heute war ihr zehnter Geburtstag. Die Freunde waren gerade gegangen und sie war dabei ihr Zimmer aufzuräumen wozu auch der Geburtstagstisch gehörte. ‚Welches Buch werde ich heute Abend lesen’ überlegte das Mädchen zum wiederholten mal. Ihr Blick wanderte an den Büchern entlang. So manches nahm sie in die Hand, blätterte darin und stellte es wieder ins Regal zurück. Für welches Buch sie sich entschied hing vor ihrer jeweiligen Stimmung ab. Mal suchte sie aufregendes und spannendes ein anderes mal verträumtes. ‚Was war das? Hörte sie jetzt schon Stimmen?’ Moni lauschte in sich hinein. Da war doch was?! Aber es waren nicht ihre Gedanken, nein es kam aus dem Bücherschrank. „Hallo Moni, im Namen deiner Freunde, der Bücher gratuliere ich dir zum Geburtstag. Ich bin Lies der Bücherwurm“. „Hallo Lies, es freut mich dich kennen zu lernen. Wo steckst du?“ „Sehen kannst du mich nicht, dafür bin ich zu klein, aber unterhalten möchte ich mich mit dir. Wenn du einverstanden bist, führe ich dich heute Abend durch das reich der Bücher.“ „Und ob ich einverstanden bin! Ich hoffe nur, du bist nachher noch da, jetzt muss ich erst mal zum Abendessen, sonst warten meine Eltern“. „Keine Bange, verlass dich auf mich! Bis nachher“.
Heute hatte es Moni besonders eilig wieder auf ihr Zimmer zu kommen. „Sicher bist du müde, nach der tollen Geburtstagsfeier. Schlaf gut“ lächelte die Mutti ihrem Mädchen zu und gab ihr einen Kuss. Moni lächelte und dachte bei sich ‚das wird eine lange Nacht, aber morgen ist ja schulfrei.’
Wieder ließ sie ihren Blick über ihre Bücher streifen ‚Ob Lies sein Versprechen halten würde? Für den heutigen Abend brauchte sie sicher kein Buch mehr raus suchen.“ Da war er ja schon. „Na Moni, du siehst ich halte mein Wort. Nun komm, deine Freunde warten schon. „ Moni konzentrierte sich auf die Stimme und starrte verträumt auf ihre Bücher. So merkte sie nicht, wie Lies sie ins Land der Geschichten und Märchen entführte.. Plötzlich befand sie sich auf einer großen Waldlichtung. Umgeben von Rumpelstilzchen, den Zwergen, Frau Holle, Fjury, Lassie und vielen weiteren Freunden aus ihren Büchern. Sie selbst saß in der Mitte eines großen Kreises, den die Geschichtenfiguren um sie gebildet hatten. „Wir freuen uns, dass du so gerne ein Buch in die Hand nimmst und darüber, dass du über uns nachdenkst, denn wir alle leben, wenn auch in einer anderen Welt. Darum wollen wir dir heute eine Freude machen in dem du uns persönlich kennen lernen kannst.“ „Das ist ganz doll lieb von euch, ich danke euch!“ Moni war vor Begeisterung fast sprachlos. „Komm einmal her, kleines Sterntalermädchen. Dich habe ich immer bewundert. Heute kann ich dir einmal etwas schenken. Hier nimm meinen neuen Haarreif. Er passt so gut zu deinem blonden Jahr.“ Die Kleinen bedankte sich glücklich und steckte den Reif ins Haar“ Fjury, ob ich mal eine Runde auf deinem Rücken reiten dürfte?“ bat Moni den schwarzen Hengst, der sich gleich etwas hinunter neigte, um damit das Mädchen zu einem Ritt einzuladen. „Pippi, dich habe ich oft beneidet, so wie du möchte ich auch leben!“ wandte sich Moni an die Kleine. „Ach stell dir das nicht so einfach vor. Ich schwebte so manches mal in Gefahr und wäre gerne ein Kind wie du gewesen.“ Gab Pippi Langstrumpf zurück. „Und erst mal so hexen können wie du, und mit Kartoffelbrei durch die Lüfte brausen, das wäre schön!“ „Komm steig auf, wir fliegen eine Runde über den Wald, mein Hexenbesen wartet schon.“
Moni wusste vor Glück nicht wen sie zuerst begrüßen sollte. Überall gab es so viel zu erleben. Viel zu schnell flog die Nacht dahin. Auf dem fliegenden Teppich ging es im Morgengrauen nach Hause. Moni rieb sich die Augen und fand sich auf einem Stuhl vor ihrem Bücherregal wieder. „Na war es schön?“ hörte sie Lies fragen. „Traumhaft schön!“ antwortete Moni noch und streckte sich auf ihrem Bett aus, bevor sie in einen bleiernen Schlaf fiel. „Schau Vater“ meinte am Morgen die Mutti, als sie ihre Tochter wecken wollte „unsere Kleine ist im Kleid eingeschlafen. Das hat sie noch nie geschafft.“ „In der Hand hält sie eine lange Borste, wie von einem Besen. Wo sie die nur her hat?“ staunte der Vater. „Komm soll sie sich erst mal ausschlafen“ schlug die Mutter vor. So frühstückten die Eltern an diesem tage ohne ihre Tochter, die erste gegen Mittag erwachte.
© ChT
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