Am Rande eines großen Waldes wohnte ein armer Arbeitsloser mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, Weißlein und Schwarzlein. Sie müssen ihre Kinder verschwinden lassen, weil sie nicht genug Geld hatten. Die Eltern beschlossen die Kinder am nächsten Morgen tief in den Wald zu fahren und sie dort zurück zulassen. Die Kinder hatten die Eltern heimlich belauscht. Schwarzlein nahm am nächsten Tag sein letztes Stück Brot und streute kleine Bröckchen davon aus dem fahrenden Wagen auf den Weg. So hoffte er, den Rückweg aus dem Wald zu finden. Die Kinder blieben allein im Wald zurück. Sie suchten nach den Brotbröckchen; aber die Vögel hatten alle aufgepickt. So fanden Weißlein und Schwarzlein ihren Weg nach Haus nicht mehr und verirrten sich immer mehr im Wald. Sie schliefen unter einem Baum, und am nächsten Morgen standen sie hungrig auf, um weiter nach dem Weg zu suchen. Plötzlich sahen sie ein seltsames kleines Haus. Das Haus war mit Kreuzen verziert, das Dach war mit dem Keltenkreuz bemalt und auf den Fenster waren Aufkleber der schwarzen Sonne. Voll Freude stürmten die Kinder ins Haus und wollten Nahrung suchen. Da aber stand eine alte Frau in weißen Laken. Die Kinder erschraken furchtbar, aber die Alte wackelte mit dem Kopf und sagte ganz freundlich: "Ei, ihr lieben Kinder, kommt nur in mein Haus und bleibt bei mir. Ich tue euch nichts." Die alte Frau gehörte aber dem Ku Klux Klan an. Sie sprach immer freundlich mit den Kindern und lockte sie mit Video-Filmen und Chips ins Haus. Die schwarzen Kinder brauchte sie zum Verkaufen. Damit Schwarzlein ordentlich zunahm, gab sie ihm beim Filme schauen täglich Süßigkeiten und Chips. Weißlein musste die ganze Hausarbeit erledigen. Sie erhoffte sich, dass Schwarzlein durch die Süßigkeiten schneller zunahm, um ihn dann zu verkaufen. Weißlein und Schwarzlein hatten den Plan schnell durchschaut und versteckten die Süßigkeiten im Wald. Nach einigen Wochen stellte die alte Frau fest, dass Schwarzlein nicht zunahm und überlegte sich, dass er trotzdem schnell verkauft werden musste. Doch Weißlein sollte vorher verschwinden. Die Alte wollte sie im Ofen verbrennen. Als sie dann den Heizofen anmachte, sagte die Alte zu Weißlein: "Nun sieh nach, ob das Feuer im Ofen richtig brennt!" Sie wollte aber das Mädchen in den Ofen stoßen, damit keiner merkt, dass sie auch ein weißes Kind als Sklavin benutzte. Weißlein merkte das und sagte: "Ich kann das nicht!" "Dumme Gans!" rief die Alte, "du musst nur so hineinkriechen," und sie steckte selbst ihren Kopf in den Ofen. Da stieß Weißlein mit aller Kraft die Klansfrau in den Ofen hinein und schlug die Tür hinter ihr zu. Die böse alte Frau schrie und heulte entsetzlich, aber es half ihr nichts, sie musste in ihrem eigenen Ofen verbrennen. Nun lief Weißlein schnell zu ihrem Bruder. Sie sangen und tanzten vor Freude, weil die alte Frau tot war. Im Haus fanden sie Gold und Edelsteine und füllten sich alle Taschen. Nun machten sie sich auf und fanden auch bald den Weg nach Hause. Die Eltern der beiden saßen traurig zu Hause, denn es hatte ihnen schon lange leid getan, dass sie ihre Kinder in den Wald gefahren hatten. Sie waren froh als sie Nachhause kamen. Alle Not hatte nun ein Ende, denn die Kinder hatten ja so viel Reichtümer mitgebracht, und sie lebten glücklich zusammen.