Nacht der Wölfe
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Nacht der Wölfe

Der Wind blies durch das verlassene Lager der Werwölfe. Die Schlacht tobte meilenweit entfernt, kurz vor den Toren der Vampirhauptstadt Alandia. Ein einzelner Späher der Vampire presste sich nur wenige Meter des Werwolflagers entfernt ins hohe Gras. Das Tageslicht schwächte ihn sichtlich, doch es konnte ihm durch ein Elixier, welches der weise Flieh entwickelt hatte, nichts anhaben. Im Lager waren vereinzelt Frauen unterwegs, ansonsten war es still. Der Späher wusste, dass auch diese Frauen sich bei Vollmond in reißende Werwolbestien verwandeln würden. "Noch vier Tage", dachte er nervös. "Ich muss zusehen, zurück nach Alandia zu kommen."

Seit einer Woche waren die Wolfsheere unterwegs. Kein Schlaf, kaum Essen. Erst in dieser Nacht hatten sie die Mauern Alandias erreicht und noch vor Sonnenaufgang hatte der Kampf begonnen. Schon öfter hatte es kleinere und verdeckte Angriffe auf Dörfer gegeben, anfangs wurden Häuser bei Tag niedergebrannt. Doch dies war nicht mehr möglich, seit es dieses verflixte Elixier gab. Im Stillen waren die Wölfe dankbar, dass die Vampire zumindest ihre blutsaugerischen Fähigkeiten nur des Nachts besaßen, konnten sie sich doch selbst nur in richtige Werwölfe verwandeln, wenn der Vollmond schien. Mittlerweile mochte es auf Mittag zugehen und die kämpfenden Vampire verloren an Energie, was dem Werwolfheer jedoch nicht von großem Nutzen war. Die lange Reise hatte vielen der Kämpfer mehr zugesetzt, als ihnen lieb war. Der Kampf tobte, unerbittlich hieben Tausende von Vampiren und Werwölfen mit Schwertern, Säbeln und ähnlichem aufeinander ein. Einige waren mit Armbrüsten, Bogen oder Speeren bewaffnet. Unzählige lagen reglos am Boden.
Vor einer langen Zeit hatten Vampire und Werwölfe gemeinsam mit vielen anderen rassen friedlich nebeneinander hergelebt. Doch dann wurden die Werwölfe immer zahlreicher und einige von ihnen begannen, nach Transsilvanien überzusiedeln. Viele Vampire sahen die Werwölfe als Bedrohung für "ihr" Land. Sie behaupteten, die Wölfe wollten ihnen das Land wegnehmen udn die Vampire ausrotten. Aus lauter Angst schlugen die Vampire also zuerst zu und brachten alle immigrierten Wölfe um. Die anderen Wölfe jedoch wurden wütend, als sie das erfuhren und erklärten den Vampiren den Krieg. Viele Jahre vergingen und aus dem Krieg ging kein Sieger hervor.
Doch die Feindschaften blieben erhalten und jetzt, 1000 Jahre später, spitzten sich die Konflikte wieder zu. Bis es zum erneuten großen Kriegszug kam. Dies war ein gewaltiger Kampf, doch es würde nicht der letzte bleiben.
Mittlerweile stand die Sonne blutrot am Horizont und sendete ihre letzten Strahlen. Metall klirrte, Männer schrieen. Ab und an ein halbherziger Schlachtruf. Und Tote. Überall Tote. Vampire und Werwölfe - es machte keinen Unterschied mehr.
Im Tod sind alle gleich.

Der Späher lag immer noch auf der Lauer. Langsam würde es kühl und er begann zu frösteln. Im Stillen ärgerte er sich, dass er den tag wieder nicht genutzt hatte, um den Heimweg anzutreten. Er wusste, dass er verloren war, wenn die Werwölfe zurückkehren würden. Die Wölfe waren siet über zwei Wochen weg, und ihre Rückkehr schien mehr als fällig zu sein.

Die Schlacht war längst verloren. Wer noch laufen konnte, war geflohen. Die anderen Wölfe, welche verletzt oder gefallen waren, waren liegengeblieben. Die Heimreise der Wölfe zog sich in die Länge. 14 Tage war es haer, dass sie ihr Lager verlassne hatten. Von den 30.000 Kriegern, die losgezogen waren, kehrten 400 zurück. Die Übermacht der Vampire war vernichtend gewesen. Endlich, nach vielen Tagen, sahen die Werwolfhauptmänner Rauchschwaden in der Ferne. Die Feuer ihres Lagers. Die Werwolfkrieger waren zurückgekehrt.

Der Späher mochte kurz eingenickt sein. Er wachte von den Stimmen auf. "Was haben wir denn da...! Ein Vampir, hast dich wohl verlaufen, Späherlein?" Höhnisch grinste der Werwolf, als er sein Schwert über den immer noch am Boden liegenden Späher erhob. Die Gefahr war nicht groß, noch bevor das Schwert fiel, trat ein anderer Werwolf dazwischen. "Nimm den Kerl ins Lager!", knurrte er. Mehr nicht, doch der erste Werwolf gehorchte sofort. Er packte dne Vampir, zog ihn vom Boden und schubste ihn los. Der Späher wusste, dass jeglicher Fluchtversuch vergeblich sein würde und stolperte willenlos vor dem Werwolf her. Im Lager der Werwölfe wurde der Späher zunächst in ein bewachtes Zelt gebracht. Man würde sich später um ihn kümmern. Im Zelt war es dunkel. Je länger der Späher darin kauerte, desto mehr verlor er jedes Zeitgefühl. Er wusste nicht, ob man ihn nach langen Minuten oder nach Stunden herausholte. Wie er hieß, wurde er gefragt, woher er kam.
"Ich bin Francis von Balen und wurde aus Alandia geschickt. Ursprünglich komme ich..."
"Genug! So genau will ich's gar nicht wissen. Du bist ein Späher, richtig?" Der Wortführer schaute Francis lauernd an. Dieser jedoch erachtete eine Antwort als überflüssig und schwieg. "Weißt du, was in drei Tagen ist, mein Freund?" Jetzt grinste der wortführende Werwolf. "Vollmond", kam es Francis tonlos über die kalkweißen Lippen. "Richtig. Und weißt du, was da mit jedem einzelnen von uns, ausgenommen dir, passieren wird?"


FORTSETZUNG FOLGT (Sorry, hab so selten Zeit zum Tippen!)