Vom Helden zum Prinzen
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Vom Helden zum Prinzen

Es war einmal ein König, der hatte einen Dienstboten. Eines Tages musste dieser in den Wald zum Pilzesammeln gehen. Er hatte schon viele Pilze gesammelt, da sah er einen Baum. Dieser Baum hatte ein Gesicht mit rot glühenden Augen und weißen Blättern, und drumherum hatte er pechschwarzen Nebel, sodass man gerade noch durchschauen konnte.

Während der Dienstbote den Baum bestaunte, raschelte es plötzlich im Gebüsch. Er erschrak und ihm lief es eiskalt den Rücken hinunter. Ganz vorsichtig schaute er hinter sich, da er aber neugierig war, näherte er sich vorsichtig dem Gebüsch. Er teilte die Zweige, um zu schauen, was sich dort verbarg. Da sah er einen jungen Mann und fragte ihn: "Wer bist du?" Der Mann antwortete: "Ich bin ein Held und suche einen Zauberbaum." - "Wie soll dieser Baum denn aussehen?", fragte der Dienstbote. "Er soll rot glühende Augen und weiße Blätter haben und drumherum schwarzen Nebel", antwortete der Held.

"Den habe ich doch gerade entdeckt", erwiderte der Dienstbote, deutete in die Richtung des Baumes und bot dem Helden an, ihn dorthin zu führen. Er wollte jedoch wissen, wieso der Held unbedingt zu diesem Baum wollte und was es mit dem Baum auf sich hatte.

Der Held begann zu erklären: "Ich muss eine Aufgabe lösen - nämlich gegen einen Riesen kämpfen. Dazu brauche ich einen bestimmten Staub, den man nur in diesem Baum finden kann. Wenn ich den Staub in mein Säckchen gebe, kann ich zu der großen Buche gehen, wo der Riese Emelius haust. Diesen Staub muss ich über den schlafenden Riesen streuen, und er wird nach kurzer Zeit so klein wie ich. Dann kann ich besser gegen ihn kämpfen und ihn töten."

Der Dienstbote war sichtlich begeistert und bot dem Helden an, ihm zu helfen. Vorher musste er allerdings dringend die Pilze zum Schloss bringen. Daher verabredeten sie sich später bei Anbruch der Dämmerung und gingen in der Zwischenzeit getrennte Wege.

Als es zu dämmern begann, waren beide am verabredeten Treffpunkt. Sie füllten den Staub in das Säckchen und machten sich auf den Weg zur großen Buche. Mitten in der Nacht erreichten sie endlich ihr Ziel und sahen den schlafenden und schnarchenden Riesen. Sie nahmen ihren Mut zusammen, holten den Staub aus dem Säckchen und schütteten ihn über den Riesen. Dieser schrumpfte daraufhin im Schlaf auf Menschengröße ein und erwachte.

Ein spannender Kampf begann, den der Held am Ende nur mit Mühe und einigen Verletzungen gewann. Der tote Riese Emelius verwandelte sich in einen Zauberkristall, den der Held nun in sein Säckchen steckte.

Der Dienstbote wollte wissen, was es mit diesem Kristall auf sich hatte, und der Held antwortete ihm: "Ich brauche diesen Kristall, damit ich die Prinzessin erlösen kann. Der Riese hat die Prinzessin verzaubert und sie erstarren lassen. Ich muss den Kristall an ihre Wange halten, damit sie sich wieder rühren kann."

Der Dienstbote wollte dem Helden auch hierbei helfen. Sie legten sich zum Schlafen an einen sicheren Platz und machten sich am nächsten Morgen auf den Weg zur Prinzessin.

An der Burg angelangt, schlichen sie zur Hinterseite und kletterten an der Mauer hoch. Sie stellten fest, dass nicht nur die Prinzessin, sondern alle Bewohner der Burg durch den Zauber des Riesen erstarrt waren. Nach langer Suche fanden sie die Prinzessin in einem Turm, der nicht verschlossen war. Sie hielten ihr den Kristall an die Wange, worauf sie gleich erwachte, und mit ihr die ganze Burggesellschaft.

Die Freude über die Befreiung war so groß, dass der König dem Helden anbot, er könne seine Tochter zur Frau haben. Der Held nahm an, und sie feierten die schönste Hochzeit, die das Land je gesehen hatte. Der Dienstbote war der Trauzeuge und von nun an der beste Freund des Helden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.



Ausgedacht von Theresa aus München, 10 Jahre.

Theresa schrieb dazu: "In unserem Deutschunterricht nahmen wir das Thema Märchen durch. Wir schrieben auch selber welche. Da sahen wir, dass man Märchen bei Ihnen auch veröffentlichen kann. Ich würde Ihnen deswegen gerne mein Märchen schicken, dass Sie es im Internet veröffentlichen."