Der Schwerverbrecher
Inhalt Ändern Diskussion Versionen Bewerten

Der Schwerverbrecher

D e r S c h w e r v e r b r e c h e r

Eine Kurzgeschichte von Simon Krüger

Es war einmal ein Schwerverbrecher. Sein Name war Dagobert. Er war gefürchtet in Nah und Fern.
Und viele überlegten, wie sie ihn in eine Falle locken könnten oder auf frischer Tat ertappen.
Aber es gelang ihnen nicht. Seine schärfsten Ideen holte sich Dagobert beim Fernsehen oder beim Spiel mit dem Computer. Doch weil nichts Gutes mehr im Fernsehen lief und es kein neues Programm für die Play -Station 2 zu kaufen gab, empfand er große Langeweile.
Da ging Dagobert in den Wald, um sich ein Reh zu schießen. Doch die Schüsse gingen daneben. Aus Wut darüber ging er zum Forsthaus und hoffte dort noch eine große Beute zu machen. Das wäre bald geglückt, wenn nicht eine Schar von Polizisten Wanderliedern singend vorbei kam und dort im Forsthaus einkehren wollte. Da erblickte sie ihn und rannte auf ihn zu. Er versuchte aus dem Dachfenster zu fliehen. Dann schoss Dagobert nach ihnen, aber verfehlte jedes Mal sein Ziel. Als die Munition ausgegangen war, warf er das Gewehr weg und rannte los. Nach einer kurzen Zeit erreichte er eine Brücke. Just als er sie betreten wollte, stürzte das Bauwerk in das tiefe Wasser hinunter. Er stoppte sofort seinen Schritt. Dagobert überlegte, ob er deshalb ins kühle Wasser springen solle, um das andere Ufer zu erreichen, damit er den hinterher eilenden Polizisten entkommen kann. Die Polizei würde ihn, falls sie ihn verhaften, in den Knast nach Alkatraz bringen, wo ihn lange Zeit meterhohe Gefängnismauern umgeben. Er nahm kräftigen Anlauf und sprang ins tiefe Wasser. Glücklicherweise kam ein Fischer vorbei gefahren, der den Flüchtenden mit einem Seil aus dem Fluss zog.
Doch Dagobert war so erschöpft von seinen Untaten, seiner Flucht und seinem Sprung ins Wasser, dass er unweit des Flussufers an einer Mauer einschlief.
Kaum war er eingeschlafen, stürzte die Mauer ein und erschlug ihn.
Da sieht man es mal wieder: Wen das Unglück verfolgt, der hat keine Chance.

Ende