Das junge Mädel
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Das junge Mädel

Es war einmal ein junges Mädel, das hatte niemanden der für sie da war. Und so zog es ganz allein von hier nach da und guckte wo es mal sein Brot verdienen konnte. Mal sang es kleine Ständchen oder es verkaufte einfache, gebastelte Sachen. Eines Tages bekam es von einem alten Mann eine kleine, silberne Kanne. Das Mädchen freute sich darüber denn damit konnte sie ihren Tee warm halten. Am Abend lief sie in ihr kleines Zelt in dem es bitterkalt war. Um sich aufzuwärmen kochte sie sich einen starken Tee und füllte ihn in die Kanne. Plötzlich ertönte aus der Kanne eine Stimme, die sprach: „Ich ersticke doch in diesem heißen Gebräu! Warum tust du mir das an?“ Das Mädchen erschreckte über die Stimme und ließ die Kanne fallen. Der Tee lief heraus und die Stimme sagte: „Schon viel besser. Hast du einen Wunsch oder darf ich wieder schlafen gehen?“ „Einen Wunsch? Wieso denn einen Wunsch?“, fragte das Mädel erstaunt. „Weißt du denn gar nicht dass diese Kanne keine normale Teekanne ist? Es ist eine Wunderlampe und ich bin der Bewohner. Und ich bin gezwungen jedem der diese Lampe bekommt all seine Wünsche zu erfüllen. Für euch ist das alles gut und schön, aber für mich ist das sehr ermüdend.“, berichtete der Geist. „Aber kannst du denn nicht die ewige Ruhe beanspruchen? Das muss doch möglich sein.“, sagte das Mädel. „Natürlich ist das möglich. Aber dafür muss mein Besitzer mich auf den Friedhof bringen, mich dort einbuddeln und ein Kreuz für mich machen. Und warum sollten die Leute das tun? Es ist doch schön einen Diener zu haben“, sagte der Geist mit trauriger Stimme. Das Mädel hatte nachdenklich zugehört und nun einen Plan entworfen. „Weißt du was?“, sagte es. „Ich werde mir jetzt drei Wünsche von dir erfüllen lassen und dann werde ich dich auf den Friedhof bringen, dich einbuddeln und die ein Kreuz machen.“, schloss sie die kurze Rede. „Das würdest du tun?“, fragte der Geist gerührt. „Ja! Also ich fange jetzt an. Erster Wunsch: Ich möchte einen prächtigen Palast, ganz in blau. Zweiter Wunsch: Ich möchte einen prächtigen Prinzen haben. Und dritter Wunsch: Ich möchte das all die Leute die kein richtiges Haus und nicht viel zu Essen haben mit mir und dem Prinzen im Palast wohnen.“ Kaum hatte das Mädel zu Ende gesprochen da geschah es: Vor ihr stand ein prächtiger Palast ganz in blau, aus einem der Fenster im Palast winkte ihr ein herrlich anzusehender Prinz und es trudelten schon all die armen Leute ein. Das Mädel aber machte sich auf den Weg zum Friedhof und grub die Wunderlampe ein. Dann schnitzte sie ein stabiles Kreuz aus Holz und der Geist konnte in Frieden ruhen. Gott der von oben alles gesehen hatte, war glücklich dass es zwischen den vielen selbstsüchtigen Menschen auch gute wie das kleine Mädel zu geben schien und schenkte ihr seinen Segen. Und wenn sie nicht gestorben ist dann lebt sie noch heute.