Das Leder
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Das Leder

Es war einmal eine alte Frau die hatte drei Kinder. Zwei Söhne und eine Tochter. Als sie merkte dass sie nicht mehr lange zu leben hatte, holte sie die Kinder zu sich und sprach: "Meine lieben Kinder. Sobald ich sterbe gehören euch das Häuschen, mein Gaul und mein Esel. Ihr sollt die Sachen gerecht unter euch aufteilen." Mit diesen Worten schied sie ab. Die Kinder waren traurig. Sie wollten ihre Mutter möglichst schnell begraben um nicht mehr so viel an sie denken zu müssen. Also holten sie einen Spaten und gruben hinter dem Haus ein Loch. Dort legten sie ihre Mutter hinein. Das Mädchen pflanzte ein paar Blumen auf das Grab und die Brüder schnitzten ein großes Kreuz aus Holz. Als dann alles fertig war, gingen sie zurück in das kleine Häuschen. Sie tranken einen starken Tee und teilten dabei die drei Erbstücke unter sich auf. Die beiden Brüder die ihre Schwester sehr lieb hatten entschieden dass sie das Haus bekommen sollte. Der ältere der Brüder aber nahm den Gaul der andere den Esel. "Wir wollen nun in die Welt ziehen und sehen ob wir Geld verdienen können."Sprachen sie. Dann zogen sie los. Das Mädchen aber blieb zurück. Sie lebte still vor sich hin und arbeitete hart um Geld zu verdienen. Jeden Tag strickte sie ein Dutzend verschiedene Sachen um sie Sonntags auf dem Markt zu verkaufen. Sie verdiente nicht viel damit aber es reichte um sich Brot zu kaufen. Eines Tages als sie wieder einmal auf dem Markt war, kam ein alter Mann vorbei nur mit dünnen Lumpen bedeckt obwohl es bitterkalt war. Da sah er den Stand stehen und sah dass darauf bunte Mützen in allen Farben lagen. Er kam zu dem Stand und fragte das Mädchen: " Liebes Mädchen. Ich habe kein Geld doch ich habe hier ein Stück Leder von einer Kuh. Damit können sie sich feine Schuhe machen lassen. Würden sie das vielleicht gegen eine dieser hübschen Mützen tauschen?" Zwar sah das Mädchen dasss es von diesem Stückchen Leder kaum Schuhe bekommen konnte doch es hatte Mitleid mit dem Mann der so frieren musste und so willigte es ein. Sie packte das kleine Stückchen Leder in die Tasche und gab dem Mann eine warme Mütze. Als sie abends vom Markt wiederkam hatte sie das Leder schon vergessen. Sie hängte die Tasche, wo es drin war, in den Schrank neben ihrem Bett. Dann aß sie ein wenig zu Abend. Und strickte noch ein paar Mützen. Bald darauf merkte sie jedoch dass sie müde wurde und sie legte sich zu Bett. Mitten in der Nacht wurde sie von einer leisen Stimme geweckt. Sie blieb liegen und lauschte. Die Stimme flüsterte: "Pflanze vor deinem Haus eine gelbe Blume. " Diese Stimme klang so überzeugend dass das Mädchen gleich am nächsten Morgen in die Stadt lief und eine kleine gelbe Blume kaufte. Diese pflanzte sie direkt vor dem Haus. Den Rest des Tages verbrachte sie mit stricken.
Als sie abends ins Bett ging war sie müde und schlief sofort ein. Mitten in der Nacht wurde sie jedoch wieder von der leisen Stimme geweckt. Diesmal wisperte sie:" Morgen wird deine Blume riesig sein und statt Blütenstaub wird Goldpulver in ihrem Trichter sein. Pflanze sie wieder aus und bringe sie zum König. Dieser wird fragen wo du diese wunderbare Blume her hast und du antwortest dass du ihm immer mehr verschaffen kannst. Dann wird er dich fragen was für eine Belohnung du haben willst und du wirst sagen: "Ihren Sohn als Gemahl möcht´ich haben." Nachdem das Leder zu ende gesprochen hatte, schlief das Mädchen wieder ein. Am nächsten Morgen als es erwachte fiel ihm das Gespräch jedoch sofort wieder ein. Also pflanzte es die Blume aus , die riesengroß geworden war, zog ihr bestes Kleid an und ging dann vor den König. Dieser fragte sogleich: Wo hast du diese wunderbare Blume her?" Und das Mädchen antwortete wie das Leder gesagt hatte mit:" Ich kann ihnen immer mehr davon verschaffen." Da sprach der König doch etwas misstrauisch: " Und was für eine Belohnung willst du dafür haben?" Da antwortete das Mädchen wieder wie das Leder es befohlen hatte nämlich mit:" Ihren Sohn als Gemahl möcht´ich haben. " Und da man für den Sohn die Rechte Braut man sowieso noch nicht gefunden hatte willigte der König ein. Es wurde eine große Hochzeit gefeiert zu auch die Brüder des Mädchens kamen. Auch sie hatten es weit gebracht und waren zu reichen Leuten geworden. Sie blieben von nun an alle zusammen im Königsschloß. Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.