Wie bereits in den Märchen von 1001 Nacht, den Decameron- und Heptameron-Sammlungen hat (neben E.A. Poe u.a.)auch Wilhelm Hauff seine Märchen in drei gleich-großartige "Epen" aufgeteilt. Sie sind jeweils aufgebaut aus einer völlig eigenständigen Rahmenhandlung: Menschen der verschiedensten Coleur (im wahren Sinn des Wortes) , verschiedener Gesellschaftsschichten , Ansichten und Bildung werden in einer Notsituation schicksalhaft zusammengewürfelt. Sie hängen sozusagen in einer Warteschleife, müssen mit derselben Umgebung und äusseren Einflüssen fertig werden. Um sich die Zeit zu vertreiben, Ängste, Fragen und psychologischen Anforderungen zu genügen, erzählen sie sich Geschichten, bis die Zeit ihrer mehr oder weniger freiwilligen Gemeinschaft beendet ist und sie auseinandergehen in alle Richtungen der Welt. Nurt ihre Geschichten bleiben existent.
Hauff hat drei Varianten zusammengestellt: l. Die Karawane 2.Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven 3.Das Wirtshaus im Spessart
In der vorliegenden Niederschrift der Hauff´schen Märchen ist das nicht klar ersichtlich. Vielleicht lässt es sich ändern? So ist hier "Die Karawane" mehr oder weniger wie ein eigenständiges Märchen zu betrachten, auch unter dem Namen: "Die Geschichte des Räubers Orbasan" (die Sache, die mich als Kind zum erstenmal so fesselte, dass ich den Schlußsatz nie vergessen konnte: "Man nennt mich den Herrn der Wüste, ich bin der Räuber Orbasan".
Der Räuber Orbasan wird hier Selim Baruch genannt. Ob Hauff sich ein bißchen im Hebräischen umgesehen hat? Selim - Schalom = Frieden, Baruch = Segen. Liegt absolut im Rahmen des Möglichen. Es wird mit Orbasan ein hoheitsvollerHerrscher vorgestellt, der durchaus Frieden und Segen, als Herr der Wüste ,verkörpert.
Das erste erzählte Märchen (das ergibt sich bereits aus dem Text)des Karawanenzyklus ist z.B. "Kalif Storch". Schon vorhanden, wenn auch nicht richtig platziert.Als zweite Erzählung bringt Hauff dem Märchenliebhaber "Das Gespensterschiff" (eine andere Version vom "Fliegenden Holländer" nahe. Wenn es noch nicht gelistet ist, werde ich mich dransetzen und es abtippen und zwar aus einem wunderschön von Alfred Kubin mit Zeichnungen versehenen Band, erschienen 1967 in der Nymphenburger Verlagshandlung. Mit freundlichem Gruss T.B.Z. / Berlin